Sport : Wenig Hilfe für den Deutschen Nowitzki unterliegt im dritten Finale Miami

Der letzte Wurf. Nowitzki hat die Chance zum Ausgleich – und vergibt. Foto: AFP
Der letzte Wurf. Nowitzki hat die Chance zum Ausgleich – und vergibt. Foto: AFPFoto: AFP

Berlin - Den Wurf trifft er sonst blind. Klar, 99 von 100 Basketballern würden ihn nie hinbekommen. Der NBA-Topscorer Kevin Durant beispielsweise arbeitet bisher vergeblich daran, aber Dirk Nowitzki beherrscht ihn: den „One-Legged-Fadeaway“, den Wurf im Zurückfallen auf einem Bein. Und so bekam der Deutsche auch im dritten Finalspiel gegen die Miami Heat vier Sekunden vor Schluss den Ball, um beim Stand von 86:88 zum Ausgleich zu treffen. Der 32-Jährige setzte zu seinem berühmten Wurf an: Er drehte sich auf einem Bein, um dann nach hinten vom Gegenspieler wegspringend in hohem Bogen auf den Korb zu werfen. Der Ball traf zwar den Ring, doch sprang er von dort in die Luft. Als LeBron James ihn wegschlug, hatte Dallas sein Heimspiel verloren. Die Heat führen nun nach drei Spielen mit 2:1 nach Siegen. Anders als bei Spiel zwei in Miami konnte Nowitzki den entscheidenden Wurf nicht im Korb unterbringen.

„Das war eine schwere Niederlage, das ist jedem klar. Ich glaube, es wird schwer, ein bisschen zu schlafen“, sagte ein sichtlich enttäuschter Nowitzki, der mit 34 Punkten bester Werfer der Partie war. An seiner Leistung lag es nicht, der 2,13-Meter-Mann zeigte insgesamt seine bisher beste Finalpartie. Es waren eher seine Mitspieler, die ihn beim ersten Heimauftritt der Serie im Stich ließen.

„Hey, ein bisschen Hilfe für den Deutschen“, forderte das „Fort Worth Star-Telegram“ – und brachte damit die texanische Gemütslage auf den Punkt. So effektiv die Dreier-Spezialisten Jason Kidd, Jason Terry und J.J. Barea in den bisherigen Play-offs auch waren, so schwach agieren sie in den Finals. 29 Mal warf das Trio am Sonntag aus dem Feld Richtung Korb, nur zehn Versuche waren erfolgreich. „Es war enttäuschend, wir konnten Dirk nicht helfen“, betonte Terry. „Wir würden es Dirk gerne einfacher machen, aber heute ging nichts“, ergänzte Trainer Rick Carlisle.

Durch die Niederlage steht Dallas in den nächsten beiden Heimspielen unter Druck. Die Heat, bei denen Dwyane Wade mit 29 Punkten bester Werfer war, brauchen nur noch zwei weitere Erfolge, um wie 2006 in Dallas den Titel zu holen. „Da müssen wir Vollgas geben, denn eines ist klar: das Spiel dürfen wir nicht verlieren. Mit 1:3 hinten zu liegen, sähe nicht gut aus“, sagte Nowitzki. Tsp/dpa

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