Sport : Wenig Spielraum

Der HSV will sich heute in den Pokal zurückklagen – außerhalb des Sportgerichts wird das schwer

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Berlin Die Parteien treffen sich heute um 12.30 Uhr. Und Bernd Hoffmann, einer der Beteiligten, hat klare Vorstellungen, was er erwartet vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Er ist schließlich der Vorstandsvorsitzende des Hamburger SV, er sieht seinen Klub als Opfer des Skandalschiedsrichters Robert Hoyzer, er will deshalb ein neues Spiel. Die Pokalpartie SC Paderborn – Hamburger SV, die der HSV 2:4 verloren hat, soll wiederholt werden. Wenn die DFB-Richter den Daumen senken, wird es keine Neuauflage des Pokalspiels geben. Unklar ist dann aber immer noch, wie der Hamburger SV entschädigt wird, schließlich beziffert Hoffmann den Schaden auf rund 2,5 Millionen Euro.

Aber Hoffmann sagt auch: „Wir werden alle juristischen Möglichkeiten ausschöpfen.“ Und diese Möglichkeiten sind nach dem heutigen Urteil nicht ausgeschöpft. Sollte der HSV verlieren, kann er Berufung einlegen. Dann geht der Fall vor das Bundesschiedsgericht des DFB. Und dessen Urteil ist dann endgültig. „Auf der Ebene der Sportgerichtsbarkeit ist dann nichts mehr möglich“, sagt Christoph Schickhardt, der Anwalt des HSV. Mehr möchte er nicht sagen.

Ist mehr tatsächlich nicht möglich? Schließlich gibt es noch ordentliche Gerichte. Aber diese Möglichkeit ist klar geregelt in der DFB-Satzung. „Streitigkeiten (...) werden nach Ausschöpfung des verbandsinternen Instanzenzuges unter Ausschluss des ordentlichen Rechtsweges durch ein Schiedsgericht entschieden“, steht in Paragraph 17, Absatz 1 der DFB-Satzung. Unter Absatz 6 desselben Paragraphen steht aber auch: „(...) gelten für das Schiedsverfahren die allgemeinen Vorschriften der Zivilprozessordnung“. Im Klartext: „Eine Zivilkammer kann nach dem Urteil durchaus eingeschaltet werden“, sagt der Berliner Anwalt Hans-Peter Mildebrath. Nur: „Diese Kammer überprüft das Urteil nur auf Verfahrensfehler“, sagt Mildebrath. „Es steigt nicht in die Beweisaufnahme ein.“ Nur wenn in der Urteilsfindung ein krasser Fehler passiert ist, kann das Urteil revidiert werden. Aber das Gericht geht nicht argumentativ der Frage nach, ob dem HSV ein neues Spiel zusteht.

HSV-Chef Hoffmann hat inzwischen schon ein neues juristisches Feld. Er kündigte eine Klage gegen Paderborns Präsident Wilfried Finke an. Der hatte öffentlich angedeutet, dass auch HSV-Spieler an der Manipulation im Pokalspiel gegen Paderborn beteiligt waren. Hoffmann hatte das entrüstet von sich gewiesen. Beweise konnte Finke nicht bieten.

siehe auch Seite 2

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