Sport : Wenig vorteilhaft

Deutschland und die anderen

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Die Ausgangslage: Im Juli 2005 wählt das Internationale Olympische Komitee (IOC) in Singapur die Stadt, welche die Spiele 2012 austragen darf. Der deutsche Bewerber träfe – wenn er die Vorauswahl der besten sechs Städte im Juni 2004 überhaupt übersteht – auf starke Konkurrenz.

Konkurrenz außerhalb Europas: Die USA schicken New York ins Rennen, das sich im nationalen Wettbewerb unter anderem gegen das bessere sportliche Konzept von San Francisco durchsetzen konnte. Die New Yorker hoffen auch auf politische Stimmen nach den Anschlägen vom 11. September. Bessere Chancen werden in IOCKreisen allerdings Toronto und Rio de Janeiro eingeräumt. Vor allem die brasilianische Metropole hat gute Chancen, mit ihr könnte sich Olympia den südamerikanischen Markt erschließen.

Die europäischen Gegner: In Europa ist das Interesse an Olympia 2012 immens. Unter anderem buhlen London und Paris um den Zuschlag. Beiden werden mindestens gleiche Chancen wie den deutschen Kandidaten eingeräumt. Bei Moskau hingegen bestehen bei vielen Sportfunktionären Zweifel an der Sicherheit und Organisation der Spiele. Madrid und Rom haben dagegen ein geografisches Problem. In Südeuropa finden in den kommenden Jahren bereits zwei Olympische Spiele statt: die Sommerspiele 2004 in Athen und die Winterspiele 2006 in Turin.

Deutsche Chancen: Jaques Rogge, der neue Präsident des IOC, hat einmal gesagt: „Ein deutscher Bewerber hat immer gute Chancen.“ Allerdings dürfte dies nur mit Einschränkung gelten. Experten halten Hamburg für die aussichtsreichste Kandidatenstadt, um international zu gewinnen. Die Idee der Spiele in der Wasserstadt hat Charme, Hamburg ist international bekannt, gilt als weltoffen. Leipzig dürfte allein mit seiner Geschichtsträchtigkeit international eher wenig Punkte holen. Düsseldorf hat international vielleicht die erfahrendsten Lobbyisten. Aber ob die Idee von Spielen in einer Region (Rhein-Ruhr) international ankommt, darf bezweifelt werden. ide/ale

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