Sport : Wenigstens Holland ärgern

BHC-Frauen kämpfen um den Europapokal

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Beim Berliner HC sind alle gleich. Nicht einmal Natascha Keller ist ein bisschen gleicher. Am Mittwoch flog die Mannschaft zum Europapokal in Paris. Die Reise ist teuer, auf 12 000 bis 13 000 Euro schätzt Teammanager Horst Buhr die Gesamtkosten. Das Gros davon deckt der Verein. Aber weil sich mit Hockey schwer Geld verdienen lässt, müssen die Spielerinnen einen kleinen Betrag dazuzahlen. „Auch ich“, sagt Natascha Keller. Sie ist der Star des Klubs, der Nationalmannschaft verleiht sie ebenfalls ein Gesicht. Bezahlen muss sie trotzdem. Sie fliegt natürlich ungeachtet dessen gerne mit nach Paris, wo es von Freitag bis Ostermontag beim Highlight der Saison um den Pokal der Pokalsieger geht.

Das Turnier ist sportlich gesehen der zweitwichtigste Wettbewerb in Europa, nach dem Titel der Landesmeister. In Deutschland gibt es zwar keinen Pokalsieger, dafür qualifiziert sich der Tabellenerste der Hauptrunde – im vergangenen Jahr eben der BHC. 2007 und 2006 spielten die Berliner als Deutscher Meister noch um den Landesmeister-Cup und wurden jeweils Dritter. Auch diesmal wollen sie mindestens den dritten Platz belegen. „Die holländischen Mannschaften sind ja meistens am stärksten“, sagt Safi Khalil, der Trainer. Und ausgerechnet in diesem Jahr hätten sich die Kräfteverhältnisse bei den Niederländern gewandelt, erklärt Khalil. Nicht mehr der Meister ’s-Hertogenbosch sei das stärkste Team, sondern Amsterdam HBC – der Vorrundengegner des BHC. „Es wäre doch schön, wenn wir die ein bisschen ärgern könnten“, sagt Natascha Keller.

Sich nur auf die Holländerinnen zu konzentrieren, sei jedoch auch nicht das Richtige. „Das Interessanteste am Europacup ist eigentlich, dass man nicht genau weiß, wie stark die anderen Mannschaften sind. Das ist auch der größte Unterschied zur Bundesliga“, sagt die Stürmerin. Neben Amsterdam trifft der BHC in der Vorrundengruppe B auch auf den französische Gastgeber St. Germain HC und HC Tekstilschik Bar aus Weißrussland. Ingo Schmidt-Tychsen

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