Sport : Wenn der B-Kader die Medaillen holt Bei der Fecht-EM überzeugt

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Moskau (dpa). Der Nachwuchs hat seine Chance genutzt. Auch ohne die besten Athleten des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB) holte der B-Kader bei den Europameisterschaften in Moskau Florett-Silber im Einzel und Bronze mit der Mannschaft. „Dass die Entscheidung, in erster Linie den jüngeren Fechtern eine Chance zu geben, richtig war, zeigen diese Erfolge“, sagte DFeB-Präsident Gordon Rapp. Die besten deutschen Fechter bereiten sich derzeit auf die WM im August in Lissabon vor.

Vor allem der 19-jährige Simon Senft überraschte in Moskau. Zum Auftakt belegte der Florettspezialist aus Bonn Platz zwei im Einzel. „Ich bin unheimlich glücklich. Meine erste Senioren-Europameisterschaft – und dann gleich die Silbermedaille…“, sagte Senft. Später kam noch eine Bronzemedaille hinzu, die Senft mit dem Team gewann.

Die deutschen Säbelfechterinnen dagegen hatten überhaupt keine Chance, eine Medaille zu gewinnen. Unter den 17 deutschen Athleten bei der EM war keine Säbel-Spezialistin. Rapp erklärte das damit, dass die mit der EM-Teilnahme verbundenen Kosten zu hoch seien. Außerdem seien die deutschen Säbelfechterinnen meist noch sehr jung und müssten erst aufgebaut werden – sie waren also keine Medaillenhoffnungen. Nicht unumstritten war die Entscheidung, keine Säbel-Spezialistinnen mit nach Russland zu nehmen. „Ich wäre gerne nach Moskau gefahren und hätte sogar die Kosten selbst getragen. Mich hat aber kein verantwortlicher Funktionär gefragt“, sagte die enttäuschte deutsche Ranglisten-Zehnte Nicole Beer.

Rapp kündigte an, dass sich der deutsche Verband im Gegensatz zur Mehrheit der anderen nationalen Verbände weiter für die Aufnahme von Damensäbel bei Olympia im Einzel- und Mannschaftswettbewerb einsetzen will. Weil das IOC eine Aufstockung der Fecht-Wettbewerbe ablehnt, sollten für die Damensäbel-Wettbewerbe 2004 in Athen die Mannschaftswettberbe im Herrensäbel und Damenflorett aus dem Programm genommen werden. Dies hatte zu heftigem Protest geführt. Bei einer Umfrage des Weltverbandes hatten 39 von 58 Nationen für den Kompromiss gestimmt, Damensäbel bei Olympia nur als Einzel durchzuführen. Die Entscheidung nach monatelangem Hin und Her zwischen Verbänden und Athleten soll nun während der WM im August fallen.

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