Sport : Wenn der Senior einmal anruckt

Auf dem Truppenübungsplatz in Hochfilzen schossen die deutschen Biathleten beim Start-Ziel-Sieg und der Fortsetzung der Glanzvorstellungen zum Saison-Einstand in der Einzelkonkurrenz meisterlich. Beim ersten Staffel-Rennen des olympischen Winters verwies das neu gebildete Quartett mit Ricco Groß (Ruhpolding), Marco Morgenstern (Riesa), Team-Neuling Michael Greis (Nesselwang) und Frank Luck (Oberhof) am Samstag nach viermal 7,5 km mit einer Endzeit von 1:21:18,7 Stunden Norwegen (8,2 Sekunden zurück) und Weißrussland (57,3) auf die nächsten Plätze.

Bei herrlichem Winterwetter legte Ricco Groß mit einem "lehrbuchreifen Schießen", wie Bundestrainer Frank Ullrich einschätzte, den Grundstein zu diesem Sieg. "So wünsche ich ihn mir immer, und so will ich ihn bei Olympia sehen", lobte er den Ruhpoldinger. Marco Morgenstern baute mit der zweitschnellsten Zeit auf seiner Runde hinter dem erneut tagesschnellsten Norweger Ole Einar Björndalen die Führung sogar noch aus. Der etwas übermotivierte Michael Greis musste einmal in die Strafrunde. Trotzdem schickte er Frank Luck noch mit gut 18 Sekunden Vorsprung auf die Schlussrunde.

Davon hatte der Oberhofer nach dem letzten Schießen gut drei Viertel eingebüßt. "Die zwei Nachlader hätten nicht sein müssen, denn ich hatte bewusst auf der zweiten Schleife etwas das Gas rausgenommen, um sicher zu treffen. Zu allem Überfluss fiel mir dann auch noch eine Patrone herunter", sagte der 34-Jährige verärgert. Anschließend spielte Luck, der als größter Kämpfer auf der Schlussrunde gilt, seine ganze Routine aus. Am ersten Anstieg ruckte er spürbar an, verdoppelte seine Führung vor Norwegen auf acht Sekunden und ließ damit dem letzten aus diesem mitfavorisierten Team, Halvard Hanevold, keine Chance mehr, ganz nach vorn zu laufen.

Ausschlaggebend für den Sieg auch ohne die erkrankten Olympiasieger Sven Fischer und Peter Sendel aus Oberhof war letztendlich das bessere Schießen der deutschen Herren. Mit einer 150 m langen Handicap-Runde durch Greis und zehn Nachladern sorgten sie am Schießstand für den entscheidenden Vorsprung vor den laufstarken Norwegern. Die Skandinavier mussten eine Strafrunde mehr drehen und zwei Mal häufiger nachladen, was rund 40 Sekunden ausmacht. Startläufer Egil Gjelland hatte bereits 1:06 Minuten Rückstand. Sprint-Weltmeister Frode Andresen mit einer Strafrunde und nur der siebtbesten Zeit auf der dritten Schleife sorgte für den weiteren Knackpunkt.

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