Sport : Wenn der Vater vor dem Sohne

Die Profis Toni und Felix Kroos gucken nur zu – die Familie steht im Jugendfinale

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Berlin - Die Wette hat er schon einmal verloren. Im Familienkreis hatte Roland Kroos darauf gesetzt, dass Toni, der älteste Sohn, mit Bayern München als Erster das Pokalfinale in Berlin erreicht, dann der jüngere Sohn Felix mit Werder Bremen. Nun ist Vater Kroos selbst der Erste: Am Samstag bestreitet der 41-Jährige das Endspiel in Berlin, das kleine zumindest. Mit der von ihm trainierten A-Jugendmannschaft von Hansa Rostock trifft er im Junioren-Pokalfinale auf den Nachwuchs des SC Freiburg, um 15.30 Uhr in Herthas Amateurstadion.

„Toni und Felix sind natürlich die Aushängeschilder“, sagt Vater Kroos, „aber wir haben momentan auch viele andere talentierte Spieler.“ Wie Tom Trybull, Tom Weilandt und Pelle Jensen, die schon in Hansas Profimannschaft zum Einsatz kamen und nächste Saison im Zweitligakader des Aufsteigers stehen sollen.

Doch in den Schatten gestellt werden sie natürlich von Toni und Felix. Der ältere Kroos-Sohn, Toni, ist mit 21 Jahren schon Stammspieler bei Bayern München und Nationalspieler. Der jüngere, Felix, debütierte mit 17 Jahren für Hansa in der Zweiten Liga, mit 19 für Werder Bremen in der Champions League und ist U-21-Nationalspieler.

„Die beiden hatten eine gute Ausbildung“, sagt Roland Kroos, der seine beiden Söhne aus Greifswald nach Rostock brachte, als er 2002 Jugendtrainer beiHansa wurde. Seinen Anteil an der Entwicklung hält der Mecklenburger für überschaubar: „Sie wurden gut geführt.“

Gut geführt wird auch die Jugendabteilung von Hansa Rostock. Nachdem die A-Jugend unter Anleitung des ehemaligen Hansa- und Hertha-Profis Michael Hartmann vergangene Saison Deutscher Meister geworden war, steht der aktuelle Jahrgang im Pokalfinale. Gegen Freiburg sieht der chronisch bescheidene Kroos Hansa aber nicht im Vorteil. „Es gibt keinen Favoriten im Endspiel“, sagt er, „Freiburg hat zuletzt auch Titel gewonnen und liegt in der Liga etwa gleichauf mit uns.“

Die Freiburger, 2006 und 2009 A-Jugend-Pokalsieger, sind Dritter der Süd/Südwest-Juniorenliga, die Rostocker Fünfter in der Nord/Nordost-Staffel. Eine beachtliche Leistung, angesichts des Jugend-Etats von 900 000 Euro. Zum Vergleich: Hertha BSC kürzte das Jugendbudget nach dem Abstieg von 3,5 Millionen auf 2,5 Millionen Euro. „Wir haben in den letzten Jahren gute Arbeit geleistet“, sagt Kroos, „aber es wird immer schwierige. Die Vereine um uns wie der Hamburger SV, Hertha, Werder und der VfL Wolfsburg schauen sich auch nach Talenten um.“ Auf Nachwuchs aus der Talenteschmiede Kroos kann Hansa jedenfalls nicht hoffen: Roland Kroos hat keinen dritten Sohn.

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