Sport : Wenn die Abwehr zerbricht

Manchester United droht im Viertelfinale das Aus

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Ausgehebelt. Manchesters Evra bereitet sich auf eine unsanfte Landung vor.Foto: AFP

London - Manchester United droht an einem ungeschriebenen ChampionsLeague-Gesetz zu scheitern. Noch nie in der Geschichte der 1992 eingeführten höchsten Klasse des europäischen Vereinsfußballs konnte eine Mannschaft ihren Titel erfolgreich verteidigen. Nach dem späten 2:2 (1:0) des FC Porto im Old-Trafford-Stadion steht der Englische Meister schon im Viertelfinale vor dem Aus. Die Portugiesen haben in ihrem Do-Dragao-Stadion noch gegen keinen englischen Klub verloren. „Das wird eine schwierige Aufgabe“, sagte Manchesters Coach Alex Ferguson.

Portugals Serienmeister hatte nach brillanter Vorstellung durch Mariano Gonzalez in der 89. Minute noch das zweite Auswärtstor erzielt. So reicht Porto am kommenden Mittwoch schon ein 0:0 oder 1:1 zum Weiterkommen. „Wenn sie noch mal so schlecht spielen, können sie sich aus dem europäischen Wettbewerb verabschieden“, urteilte das Boulevardblatt „The Mirror“ über Manchester United.

   Obwohl seine Mannschaft ihre Serie fortsetzte und auch im 22. Champions-League-Spiel in Folge unbezwungen blieb, ärgerte sich Ferguson. „Das Spiel ist beispielhaft für die derzeit zerbrechliche Natur unserer Abwehr“, sagte Manchesters Trainer, „wenn man fünf Minuten vor Schluss mit 2:1 in Führung geht, muss man diese wirklich über die Zeit bringen.“ Carlos Tevez hatte United erneut in Führung gebracht.

Doch die Probleme in der wackligen Abwehr werden noch größer. Da Jonny Evans verletzt ausgewechselt werden musste und Rio Ferdinand noch nicht wieder fit ist, fehlen Englands Meister in der wichtigsten Saisonphase zwei Verteidiger. Beide fehlen im nächsten Premier-League-Spiel am Samstag sicher und werden – wenn überhaupt – in Porto auf keinen Fall in Top-Verfassung zur Verfügung stehen. Ferguson sagte: „Der Verlust von Evans war ein Schlag, mit ihm hätten wir die Führung nicht verloren.“ Sein Kollege Jesualdo Ferreira konnte zufrieden sein. „Mehr noch als das Resultat freut mich, dass die Spieler großes Selbstvertrauen und Optimismus an den Tag gelegt haben“, sagte der Porto-Coach.

   Komfortabler als bei Manchester United ist die Lage beim FC Arsenal. „Wir sind jetzt in einer großartigen Position“, sagte Trainer Arsène Wenger nach dem 1:1 beim FC Villarreal. Stürmerstar Emmanuel Adebayor konnte sein zauberhaftes Fallrückzieher-Tor nicht erklären. „Ich weiß noch nicht mal, wie ich getroffen habe. Aber das Wichtigste ist, dass der Ball im Netz war“, sagte er der Zeitung „The Sun“. Allerdings wurde der Teilerfolg teuer erkauft: Abwehrchef William Gallas erlitt eine Bänderverletzung und fällt wohl für den Rest der Saison aus.

Doch der FC Villarreal hat das Halbfinale noch nicht abgeschrieben. „Für mich stehen die Chancen noch immer 50:50“, sagte Trainer Manuel Pellegrini. Kapitän Marcos Senna, der seine Elf mit einem fulminanten 25-Meter-Schuss in Führung gebracht hatte, sagte: „Wir können auch auswärts gewinnen, das haben wir im Achtelfinale beim Sieg über Panathinaikos in Athen bewiesen.“ dpa

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