Sport : Wenn die Polizei Fanschal trägt Regionalliga: Test für Spiel von Union gelungen

Katrin Schulze

Potsdam - Die Signale waren schon vor dem Spiel eindeutig. Auf dem Weg zum Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion trug gestern sogar ein Polizist einen Schal von Dynamo Dresden. Und auch danach ging es zwischen den Fußball-Regionalligisten friedlich zu. Die Gäste aus Dresden gewannen schließlich 1:0 (0:0) bei Babelsberg 03. In einer niveauarmen Partie blieb die Polizei der einzig auffällige Vertreter: 700 Zuschauer in Potsdam-Babelsberg waren gestern Nachmittag Polizisten, 4893 Zuschauer waren keine Polizisten.

Neben dem Polizeiaufgebot sorgten ebenso das Ausschankverbot für alkoholische Getränke sowie das Verbot von Taschen und Rucksäcken für einen ruhigen Nachmittag. Auch dass die Stadionkassen für Anhänger aus Sachsen geschlossen blieben, verfehlte die Wirkung nicht: Zu Ausschreitungen kam es nicht. Dabei hatte Babelsbergs Geschäftsführer Ralf Hechel schon vor der Begegnung gesagt, dass es aus seiner Sicht „kein Problem mit Dynamo Dresden“ gibt. Offensichtlich sehen das die Babelsberger Anhänger ähnlich. Auf einem Plakat mit der Aufschrift „Verbot zerstört Fankultur“ teilten sie ihre Meinung zu den Plänen der Berliner Polizei mit. Die hatte vorgesehen, für das Spiel der Dresdner beim 1. FC Union am 8. Mai keine Gästefans zuzulassen. Der Ausschluss einer kompletten Fangruppierung wäre in Deutschland ein Novum gewesen und zog heftige Kritik beider Klubführungen nach sich. Union und Dresden hatten sich daraufhin bei einem Krisengespräch mit dem Berliner Polizeipräsidenten Dieter Glietsch geeinigt, den Dresdner Fans Eintrittskarten gegen Vorlage ihres Ausweises und bei geschlossener Anreise mit der Bahn zu geben.

Auch in Babelsberg wurden die Dynamo-Anhänger von Sicherheitskräften vom S-Bahnhof zum Stadion geführt. Das Spiel kann als Generalprobe für die Partie der Dresdner bei Union gesehen werden. Natürlich in abgeschwächter Form, denn am 8. Mai werden nicht nur doppelt so viele Zuschauer wie gestern erwartet, sondern auch zweimal so viele Polizeikräfte in und um das Stadion in der Alten Försterei eingesetzt. Katrin Schulze

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