Sport : Wenn die Resthoffnung steigt

Ein Eigentor verhilft dem VfL Bochum zum 1:0-Heimsieg gegen Hannover 96

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Vor dem Anpfiff hatte Peter Neururer bildhaft auf den Grad der Bedrohung hingewiesen. „Wenn du mit dem Rücken zum Abgrund stehst, darfst du keinen Schritt nach hinten machen“, sagte der Trainer des VfL Bochum. Beim 1:0 über Hannover 96 vermied der Tabellensechzehnte einen folgenschweren Rückschritt und bewegte sich, wenn auch schleppend, in die vom Trainer angezeigte Richtung. Dank eines Eigentores von Steven Cherundolo verkürzte der VfL Bochum den Rückstand auf Borussia Mönchengladbach auf drei Punkte. Der 1. FC Nürnberg ist sogar nur noch zwei Punkte entfernt, kann seinen Vorsprung aber an diesem Sonntag im Heimspiel gegen Hansa Rostock wieder ausbauen. „Unsere Resthoffnung ist größer geworden“, sagte Neururer nach der Partie. „Wir haben uns schon fast als Absteiger gesehen, aber wir sind wieder aufgestanden.“ Darin könne „ein Vorteil liegen“ gegenüber Konkurrenten wie Mainz, Gladbach oder Nürnberg, die sich vielleicht schon (zu) sicher gefühlt haben.

Den Bochumern war anzumerken, dass sie dringend einen Sieg brauchten, um im Abstiegskampf voranzukommen. Derart unter Druck fehlte es ihnen während der ersten Hälfte an Mut für entschlossene Vorstöße in die gegnerische Hälfte. In der vierten Minute hatte es noch den Anschein gehabt, als meinten sie es ernst mit der Offensive, die der Trainer angekündigt hatte. Erst scheiterte Aleksander Knavs mit einem Kopfball, ein paar Sekunden später konnte Peter Madsen im Strafraum seine freie Schussbahn nicht zu einem Torerfolg nutzen. Die Wucht seines Schusses überwog die Präzision bei weitem. Nach diesen ersten Versuchen kam den Bochumern die Angriffslust sogleich wieder abhanden. Wie ihre niedersächsischen Widersacher räumten sie der eigenen Sicherheit höchste Priorität ein.

Die Hannoveraner brachten die einzige ansehnliche Kombination der ersten Hälfte zustande – Jiri Kaufmann schloss den Angriff mit einem Schuss an das Außennetz ab. Spielerisch unwesentlich stärker als die Heimelf, erwiesen die Norddeutschen sich als Retter in der Not. „Wir haben Bochum am Leben gehalten“, sagte 96-Trainer Ewald Lienen.

Nach der Pause kamen die Bochumer mit mehr Biss aus der Kabine. Es lohnte sich. Nachdem Madsens Schrägschuss sein Ziel noch verfehlt hatte, weckte Cherundolo mit seinem Kopfball ins eigene Tor nach knapp einer Stunde wieder Hoffnung beim VfL Bochum. In der Schlussphase traf der Bochumer Stürmer Edu noch den Pfosten. Davon abgesehen kostete es die Westfalen aber viel Mühe, den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Die Anhänger der Heimelf jubilierten dennoch: „Der VfL ist wieder da!“ Angesichts dieser Einschätzung wirkte selbst Peter Neururer ein wenig überrascht.

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