Sport : Wenn die Schulter zurückschlägt

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In unserer Serie widmen wir uns Körperstellen, die für Athleten bei ihrer Sportart besondere Bedeutung haben. Heute: die Schulter beim Tennis.

Nach der ersten Operation an seiner Schulter war Thomas Haas optimistisch. Ein halbes Jahr werde er pausieren müssen, hat er gedacht. Das war im Dezember 2002. Im Juli 2003, nach 15 Monaten und einer weiteren Operation, hat Haas zum ersten Mal wieder ein Tennismatch bestritten. Bei Tennisspielern ist eine Verletzung an der Schulter nicht selten, bei Haas aber war sie besonders schlimm. In seinem Fall handelte es sich um einen Muskeleinriss. „Mich wundert, dass er nach dieser Verletzung überhaupt schon wieder so gut spielt“, sagt Professor Bernd Kabelka. Der Hamburger Orthopäde, seit zehn Jahren Turnierarzt am Rothenbaum, hat den Fall intensiv verfolgt: „Das hätte auch daneben gehen können.“

Die Schulter wird beim Tennis extremen Belastungen ausgesetzt, etwa bei Überkopfschlägen mit ihren relativ großen Bewegungsradien. „Da geht es von der maximalen Außenrotation in die maximale Innenrotation“, sagt Kabelka. Auch die Kombination von Kraft und Schnelligkeit spielt eine Rolle, ebenso wie das Ungleichgewicht durch die Unterbelastung anderer Muskelpartien und die immer wiederkehrenden Bewegungsabläufe.

Die Schulter ist sehr viel anfälliger als etwa das Knie. Belastungen können zu Sehnen- und Muskelzerrungen führen. Auf lange Sicht kann das Schultergelenk ausleiern. Ein Signal dafür ist ein anhaltender Ruheschmerz, nachts zum Beispiel. Schlimmstenfalls muss dann die Gelenkkapsel verkleinert werden.

Thomas Haas hat zwei Operationen über sich ergehen lassen müssen, es hat Phasen gegeben, „in denen du jeden Tag Krafttraining machst und trotzdem keine Fortschritte feststellst“. Es hat einige Spiele gedauert, bis Haas wieder annähernd sein altes Leistungsniveau erreicht hat. Inzwischen sagt er: „Ich glaube, die Schulter ist stärker als je zuvor.“ sth

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