Sport : Wenn es ernst wird

Die deutschen Handballer überstehen die erste Bewährungsprobe bei der WM und schlagen Portugal mit 37:29

Martín E. Hiller

Viseu. Eine Woche lang hatte Bundestrainer Heiner Brand auf das Spiel gegen Portugal gewartet. Zwischenzeitlich sah der Spielplan der Handball-Weltmeisterschaft zwar drei Spiele vor, die jedoch waren für seine Spieler unbedeutend. Dass sie gewonnen werden würden, stand nie in Frage. Selbst das Training war stets auf die Partie gegen Portugal ausgerichtet. So gesehen begann die Handball-WM für das deutsche Team erst gestern.

Sie begann gut. 37:29 (19:15) schlug das deutsche Team den ersten ernst zu nehmenden Gegner. Heute spielt die Mannschaft von Heiner Brand gegen Island um den Gruppensieg (17.15 Uhr, live im ZDF) in der Vorrundengruppe B. Die Partie hat jedoch nur noch statistischen Wert. Als Gruppenerster oder Gruppenzweiter sind die Deutschen bereits für die Zwischenrunde qualifiziert. Der Modus sieht vor, dass die Teams die Punkte gegen einen Gegner aus der Vorrunde mitnehmen. Allerdings rücken der Erste und der Dritte sowie der Zweite und der Vierte in die gleiche Zwischenrundengruppe auf. Für Deutschland bedeutet das nach dem Sieg über Portugal, dass die Mannschaft in jedem Fall mit zwei Pluspunkten in der Zwischenrunde starten wird.

Die deutsche Mannschaft führte nach drei Minuten mit 3:0. Doch 2700 enthusiastische Zuschauer trieben ihr Team wieder auf 5:4 heran. Erst beim Stande von 14:13 gelingt es Deutschland, sich abzusetzen und vier Tore in Folge zu werfen. „Die deutsche Mannschaft ist groß, zu groß für uns“, sagte Portugals Trainer Cuesta zur Halbzeit. Danach erspielte sich das deutsche Team zeitweise einen Vorsprung von zehn Toren.

Den größten Unterhaltungswert hatte das Duell, das sich Torwart Henning Fritz mit dem portugiesischen Linksaußen Alvaro Martins lieferte. Nachdem Fritz einige Würfe gehalten hatte, brüllte er den Portugiesen an. Der tat das Gleiche nach jedem seiner fünf Tore. „Gegen Deutschland bist du halt motiviert“, sagte Martins. Fritz erklärte: „Sechzig Minuten lang herrscht Krieg, bis alles vorbei ist.“. Der Torwart gehörte neben Florian Kehrmann (10 Treffer) und Stefan Kretzschmar (9 Treffer) zu den Hauptverantwortlichen für den Sieg. Obwohl es gegen Island um nichts mehr geht, kündigte Kehrmann bereits an, mit Vollgas spielen zu wollen. „Wir spielen gegen die schließlich auch ums Prestige.“

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