Sport : Wenn Gelb noch wechselt

Mathias Klappenbach

Insgesamt sieben Mal wechselte in der Tour-Geschichte beim letzten Zeitfahren das Gelbe Trikot noch seinen Besitzer. Zuletzt gelang dieser Coup dem Amerikaner Greg LeMond bei seinem dritten Tour-Sieg 1990. Die knappste Entscheidung gab es aber ein Jahr zuvor, als LeMond am Schlusstag den Franzosen Laurent Fignon überholte.

LeMond, der zwei Jahre zuvor bei einem Jagdunfall fast ums Leben gekommen wäre, war nach seinem Sieg von 1986 zum ersten Mal wieder dabei. 50 Sekunden Rückstand hatte LeMond vor dem letzten Tag der Tour de France 1989. Seine letzte Chance, Laurent Fignon den Sieg noch abzujagen, war das nur 24,5 Kilometer lange Zeitfahren in Paris. Auf den 3260 Kilometern zuvor hatten beide Fahrer nie mehr als 53 Sekunden auseinander gelegen, das Gelbe Trikot wechselte hin und her.

LeMond hatte schon das erste Einzelzeitfahren mit einem neuartigen Lenker, der heute Standard beim Zeitfahren ist, für sich entschieden. Nach der Tour wollte jeder Hobbyfahrer einen solchen „Triathlonlenker“ haben, der für eine aerodynamische Fahrhaltung sorgt – denn LeMond schaffte die Sensation und nahm Fignon 58 Sekunden ab. Der Amerikaner hatte damit acht Sekunden Vorsprung, umgerechnet 82 Meter. Jan Ullrich hat dieses große Comeback damals am Fernseher miterlebt, vielleicht denkt er heute kurz daran. Er sagte einmal, er werde die Gesichter von LeMond und Fignon nie vergessen.

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