Sport : Wenn Große abtreten

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Helmut Schümann über die Unantastbarkeit von Ottmar Hitzfeld

Ottmar Hitzfeld ist unantastbar, Ottmar Hitzfeld wird noch Trainer sein beim FC Bayern München, wenn Michael Ballack endlich Fußball spielt, wenn Oliver Kahn nicht mehr Fußball spielt, wenn Uli Hoeneß die Rente verjubelt. Ottmar Hitzfeld ist unantastbar, unantastbar, basta! Sie werden dergleichen in München nun häufiger verkünden, nach jedem Bundesligaspieltag, nach Spielen um den DFBPokal und nach Spieltagen der Champions League. In allen drei Wettbewerben haben die Bayern versagt, nur in Stilfragen zeigen sie noch Klasse, und deshalb ist Hitzfeld unantastbar.

Nein, sie werden ihn nicht vor die Tür setzen, weil man das nicht macht mit einem Mann seiner Verdienste. Aber es ist denkbar - und die Menge der verbalen Schulterschlüsse deutet es an - , dass sie am Ende der Saison eine Formulierung vorlegen, nach der Hitzfeld trotzdem nicht mehr Trainer des FC Bayern ist. Weil er selber das Ende verkündet, weil er es müde geworden ist, sich noch mal zu quälen, noch mal die Kronen zu attackieren, sowohl die europäische als auch die beiden innerdeutschen, noch mal mit neuen Spielern ein Team zu formen. Warum sollte er das tun und die Selbstdemontage riskieren? Träte er ab, wäre es ein ehrenvolles Ende, kein unrühmliches. Er bliebe der prägendste Trainer der letzten zehn Jahre. Und er würde auf einer Stufe stehen mit Marcello Lippi und Alex Ferguson, zwei weiteren Doyen der Zunft. Lippi macht Schluss bei Juventus Turin, Fergusons Ende bei Manchester United ist sichtbar. Wenn Große abtreten, braucht Hitzfeld nicht zu fehlen.

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