Sport : Wenn heute EM wäre

Am 16. Mai muss Bundestrainer Löw seinen Kader benennen – eine kleine Entscheidungshilfe

Stefan Hermanns

In 39 Tagen nominiert Bundestrainer Joachim Löw seinen Kader für die Fußball- Europameisterschaft. Wir verraten, für welche 23 Spieler er sich entscheiden müsste, wenn er sein Aufgebot schon heute bekannt geben müsste.

TOR

Jens Lehmann: Dass Lehmann bei Arsenal nur auf der Bank sitzt, hat auch ein Gutes: Bis zur Nominierung des EM-Kaders werden ihm mit Sicherheit keine Fehler mehr unterlaufen, die wieder eine hysterische Grundsatzdebatte zur Folge hätten.

Timo Hildebrand: Hildebrand lässt Spanien staunen: über galaktische Paraden genauso wie über zyklisch auftretende Aussetzer. Der Gesamteindruck ist positiv.

Robert Enke: Wenn darüber diskutiert wird, der nächsten Generation schon mal Turniererfahrung zu verschaffen, hat das nichts mit Enkes Leistungen zu tun.

ABWEHR

Per Mertesacker: Im Verein verriet der Bremer zuletzt einige Schwächen, gegen die Schweiz aber leitete er seinen unerfahrenen Nebenmann Heiko Westermann zu einer souveränen Leistung an.

Arne Friedrich: Der Berliner ist Löws erste Option für die Innenverteidigung, wenn Christoph Metzelder bei der EM ausfällt.

Heiko Westermann: Nach seinem Länderspieldebüt lautete die einhellige Meinung: Den sehen wir so schnell nicht wieder. Gegen die Schweiz rehabilitierte sich Westermann. Er kann in der Viererkette alle Positionen spielen.

Christoph Metzelder: Auch wenn der Innenverteidiger nicht auf der Höhe seiner Schaffenskraft sein sollte, als vierten Innenverteidiger kann Löw ihn unbesehen nominieren – weil Manuel Friedrich, Robert Huth oder Alexander Madlung auch keine Lösung sind.

Philipp Lahm: Der Außenverteidiger ist Opfer seiner Klasse. Schon wenn er nur solide spielt, muss er sich rechtfertigen.

Marcell Jansen: Hat bei den Bayern seine Defensive verbessert – zwangsweise. Wer hinter Ribéry spielt, ist offensiv nicht allzu sehr gefordert.

Gonzalo Castro: Leidet gerade unter der Leverkusener Krankheit, die sich in rapidem Formverfall äußert. Generell aber ist Castro technisch so gut und taktisch so klug, dass ihm die Zukunft gehört.

MITTELFELD

Michael Ballack: Das Sorgenkind des Herbstes ist zum Hoffnungsträger geworden. Ballack spielt bereits in EM-Form.

Torsten Frings: Dass der Bremer Schwung aufnimmt, hat er am Samstag mit seinem Netzer-Pass vor Werders Siegtor in Berlin gezeigt.

Simon Rolfes: Der Leverkusener ist der stärkste deutsche Feldspieler der Saison, muss aber aufpassen, dass er den guten Eindruck nicht noch verspielt.

Thomas Hitzlsperger: Auch in der schlimmsten Krise der Stuttgarter spielte Hitzlsperger immer mindestens solide.

Tim Borowski: Derzeit hat Löw freie Auswahl, welchen seiner kriselnden Mittelfeldspieler er nominiert. Er wird sich wohl für Schweinsteiger und Schneider und gegen Borowski entscheiden, auch wenn der am wenigsten schlecht spielt.

Clemens Fritz: Der Bremer kann im Mittelfeld das Schneider-Double spielen, aber auch die Position rechts in der Viererkette besetzen. So etwas schätzen Trainer.

Piotr Trochowski: Der Hamburger könnte sich mit Glück in den EM-Kader mogeln. Er war halt immer dabei.

Jermaine Jones: Der Schalker bringt eine kämpferische Note ein, die sonst allein von Torsten Frings repräsentiert wird.

STURM

Miroslav Klose: Dass er mal wieder im Tief steckt, lässt hoffen. Dem Gesetz der Serie nach ist er bei der EM in Topform.

Mario Gomez: Nein, Gomez ist nicht die Nummer zwei im Sturm. Er ist mindestens die Eins B neben Miroslav Klose.

Lukas Podolski: Podolski scheint endlich begriffen zu haben, dass ihm bis zum Ende seiner Karriere nicht alles zufliegt.

Stefan Kießling: Steckt mit Leverkusen in der Krise. Aber er trifft wenigstens. Das unterscheidet in von Kevin Kuranyi.

Oliver Neuville: Der Joker in diesem Spiel. Neuville ist ein ganz anderer Stürmertyp als Klose, Gomez und Kuranyi.

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