Sport : Wenn kleine Leute am großen Rad drehen (Kommentar)

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Wenn König und Dame strategisch umeinander herumscharwenzeln und einem dabei Gefahr droht, dann wird schon mal rasch ein Bauer geopfert. Was für das Schachspiel gilt, ist auch auf jenen König übertragbar, der mit dem Namen Fußball daherkommt. Da wirft also die Ufa Sports kurzerhand ihren Pressesprecher raus und glaubt, mit diesem Bauernopfer allein gleich alle Fragen zum unrühmlichen Geschehen auf der Mitgliederversammlung des Hamburger SV beantwortet zu haben.

Ufa Sports genießt einen guten Ruf - solange man nur als spendabler Geldgeber auftritt. Der Ruf des Unternehmens wird dann anrüchig, wenn es um die Methoden geht, wie in den von der Ufa geförderten Klubs Mitbestimmung praktiziert werden soll. Der DFB erlaubt es nun mal nicht, dass ein Sponsor unmittelbar in Vereinsgremien vertreten ist, wenn dieser Sponsor mehr als einen Verein unterstützt.

Als Hertha BSC einst einen Aufsichtsrat installierte, drückte die Ufa ihre Kandidaten durch. Die Botschaft an Herthas Mitglieder lautete damals: Wir geben die Millionen, ihr wählt dafür unsere Leute. Manche sprachen da von Erpressung. Jetzt drehte angeblich ein kleines Licht, ein Ufa-Pressesprecher, am großen Rad. Angeblich ganz allein, ohne Ufas Segen, wollte er mit allerlei Tricks den unbequemen Werner Hackmann als HSV-Präsident verhindern. Wer glaubt das?

Bei allen Bauernopfern: ein Schachspiel endet erst, wenn der König fällt. Bernd Hoffmann ist als Geschäftsführer bei Ufa Sports zumindest mitverantwortlich dafür, dass die Ufa immer mal wieder ins Zwielicht gerät. Unter ihm hat Ufa Sports den Sprung zur Seriosität noch nicht geschafft.

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