Sport : Wer das Spiel verändert Ein Buch über legendäre Fußballtrainer

Stefan Hermanns

Wenn ein Fußballverein einen Trainer aus dem Ausland verpflichtet, verspricht er sich davon in der Regel neue Impulse. Das war schon vor 80 Jahren so, als Fred Pentland vom baskischen Klub Athletic Bilbao engagiert wurde. Der Engländer hat dort auch gleich stilbildend gewirkt: Seine erste Maßnahme war es, die Spieler im richtigen Schnüren ihrer Schuhbänder zu unterweisen. Seitdem hat sich die Arbeit eines Trainers ein wenig verändert; auf welche Weise, das ist in „Strategen des Spiels“ nachzulesen. 76 Biografien von bekannten und teils vergessenen Fußballlehrern hat das Autorenteam um Dietrich Schulze-Marmeling verfasst, Fachliches und Persönliches zusammengetragen („Schon früh frönte Helmut Schön zwei Leidenschaften: Brötchen mit Fleischsalat und Fußball“). Entstanden ist dabei auch ein historischer Überblick über die taktische Entwicklung des Fußballs.

Wie immer bei solchen Sammelbändern lässt sich über die Auswahl der Porträtierten streiten. Wieso wird Jupp Heynckes eines der 30 großen Porträts gewidmet, während sein weit erfolgreicherer Lehrmeister Hennes Weisweiler nur im „Kleinen Trainer-Lexikon“ auftaucht? Und hat es in der DDR wirklich nur einen einzigen Strategen des Spiels (Georg Buschner) gegeben? Für die zweite Auflage kann man über diese Fragen ja noch einmal nachdenken.

— Dietrich Schulze- Marmeling (Hg.): Strategen des Spiels. Die legendären Fußballtrainer. Verlag Die Werkstatt. 414 Seiten, 21,90 Euro.

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