Sport : Wer demütigt hier wen?

Haching will heute gegen die BR Volleys Revanche.

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Berlin - In die Sportarena in Unterhaching passen 1512 Zuschauer, so viele werden bestimmt kommen zum dritten Play-off-Finalspiel, und sie sollen viel Stimmung machen. Das ist den Hachinger Volleyballern ganz wichtig. „Wir setzen auf den Faktor Publikum“, sagt Trainer Mihai Paduretu. „Wir haben am Dienstag auf negative Art erlebt, wie eine tobende Halle ein Heimteam beflügeln kann.“

Die BR Volleys hatten am Dienstag in der Serie Best of five vor einer beeindruckenden Kulisse zum 1:1 ausgeglichen. Jetzt können sie in Führung gehen. Das Problem ist nur, dass der Faktor, der bei ihnen am Dienstag gewirkt hat, jetzt bei Haching die entscheidende Rolle spielen soll. Die Hachinger brennen darauf, Revanche zu nehmen und sich zu rehabilitieren. Im ersten Spiel wurden die Volleys auseinandergenommen, am Dienstag dann die Hachinger.

So etwas geht an die Ehre. Hachings Kapitän Max Günthör war in Berlin zum abfahrtbereiten Fan-Bus gehastet und hatte sich bei den Insassen für die miserable Leistung entschuldigt. Und Hachings Libero Sebastian Prüsener sagt: „Was wir geboten haben, war ja an Peinlichkeit kaum zu überbieten.“ Paduretu sagt: „Wir sind viel zu verkrampft aufgetreten.“

Also geht es heute nicht nur um ein gewonnenes Spiel. So desolat wie am Dienstag, das steht jetzt schon fest, wird sich Haching nicht mehr präsentieren. „Das ist der Vorteil der Play-off-Spiele“, sagt Paduretu. „Hier kannst du auch mal eine Partie verlieren und bist trotzdem nicht aus dem Rennen. Jedem ist nun schmerzhaft vor Augen geführt worden, warum ich eindringlich vor Berlin gewarnt hatte.“

Sein Volleys-Kollege Mark Lebedew redet ebenso eindringlich, nur warnt er seine Spieler vor Haching. „Das wird eine extrem schwierige Nummer für uns.“ Noch ist unklar, ob Zuspieler Kawika Shoji spielen kann, er war am Dienstag kurz vor dem Anpfiff umgeknickt. Und Paul Carroll, Ricardo Galandi und Scott Touzinsky sind noch angeschlagen. Urpo Sivula fällt ohnehin aus. „Auf allen Schlüsselpositionen haben wir angeschlagene Spieler“, sagt Volleys-Manager Kaweh Niroomand. „Drei unserer Leute müssten eigentlich auf dem OP-Tisch liegen.“

Mittelblocker Tomas Kmet nicht, er ist gesund. Sehr gesund sogar. Im ersten Final-Spiel hatte er überragend gespielt, auch deshalb hatte Niroomand erklärt: „Ich brauche sechs Kmets, sechs Kämpfer.“ Heute in Unterhaching braucht er sie mehr denn je. Frank Bachner

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