Sport : Wer den Schaden hat

Welche Fragen im Streit um den Vertrag Bayern-Kirch offen sind

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Einen Tag, nachdem der umstrittene Vertrag zwischen dem FC Bayern München und der inzwischen insolventen KirchMedia der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorgelegt wurde, hat der Bundesligist am Dienstag erstmals eine Verletzung der Statuten eingeräumt. Die Geheimhaltung des Millionenvertrages „ist ein gutes Recht des Vertragspartners gewesen. Heute sehe ich darin einen kleinen Verstoß, aber das ist für mich eine Lappalie“, sagte Bayerns Manager Uli Hoeneß.

Was prüft derzeit die DFL?

Einen Verstoß gegen die Statuten der DFL. Unter der Leitung von Wilfried Straub ermittelt die DFL-Geschäftsführung, „ob von einem Mitglied zum Schaden der Gruppe gehandelt wurde“.

Was steht in den Statuten der DFL?

Nichts Gutes für die Bayern. In der Lizenzierungsordnung heißt es im § 7, Absatz 2a: „Außerdem hat der Bewerber: a) wesentliche Verträge in den Bereichen der Vermarktung und des Spielbetriebs vorzulegen, sowie Dokumente, die für die Beurteilung der wirtschaftlichen Gesamtsituation erforderlich sind. Dazu gehören (…) Werbe- und Sponsorenverträge mit einem Volumen über T 500 für Bewerber zur Bundesliga (…), Verträge, mit denen Werberechte des Bewerbers übertragen werden und Vermarktungs- bzw. Agenturverträge.“ Der FC Bayern hatte 1999 einen Vermarktungsvertrag mit KirchMedia geschlossen, dessen Volumen 500000 Euro übersteigt. Der Klub kassierte 21,47 Millionen Euro aus dem Vertrag.

Wer ist die DFL?

Die Bayern und 35 weitere Klubs. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) führt das operative Geschäft des Ligaverbands, des Zusammenschlusses der lizenzierten Vereine und Kapitalgesellschaften der Ersten und Zweiten Bundesliga.

Wer ist für eine Bestrafung zuständig?

Mal der, mal der. DFL-Geschäftsführer Michael Pfad brachte den Deutschen Fußball-Bund (DFB) ins Spiel: „Die DFL stellt den Sachverhalt fest, aber für Anklagen und Strafen ist laut Grundlagenvertrag der DFB-Kontrollausschuss zuständig.“ DFL-Präsident Werner Hackmann widersprach Pfad im Gespräch mit dem Tagesspiegel: „Das Verfahren ist im Moment allein bei uns angesiedelt und nicht beim DFB.“ Zunächst entscheidet Straub als Vorsitzender der Geschäftsführung, bei einem Widerspruch als nächsthöhere Instanz Hackmann selbst. Erst bei neuerlichem Widerspruch läge die verbindliche Entscheidung beim Ständigen Schiedsgericht des DFB.

Wie verhält sich der DFB?

Zurückhaltend. Gerhard Mayer-Vorfelder will vor einer ausführlichen Stellungnahme das Ergebnis der laufenden DFL-Prüfungen abwarten. „Ich habe die DFL gebeten, einen Zeitablauf der damaligen TV-Verhandlungen zu erstellen. Dann weiß ich, ob etwas hinter meinem Rücken geschehen ist“, sagte der DFB-Präsident.

Wie verhält sich der FC Bayern?

Gelassen. „Es hat sich überhaupt nichts geändert“, sagte Hoeneß. „Wenn die DFL sich damit beschäftigt hat und der Fall erledigt ist, wird sich das schnell wieder drehen.“ Franz Beckenbauer fragte sogar: „Warum sollen wir bestraft werden?“ miro/gol

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