Sport : Wer glaubt, gewinnt

Die Eisbären schlagen Iserlohn in der DEL mit 4:2

Claus Vetter

Berlin - Pierre Pagé hatte zuletzt bemängelt, dass es seiner Mannschaft an „mentaler Robustheit“ fehle. Ganz Unrecht hatte der Trainer des EHC Eisbären da wohl nicht. Schließlich ließen sich die Berliner erst am Freitag bei ihrer 4:5-Niederlage in Wolfsburg ein Spiel trotz einer 2:0-Führung aus der Hand nehmen. Gestern mangelte es den Berlinern im Spiel gegen die Iserlohn Roosters nicht am Glauben an die eigene Stärke. Der Meisterschaftskandidat schlug den Tabellenvorletzten der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) verdient mit 4:2 (1:1, 1:0, 2:1).

Schön anzuschauen war es jedoch nur teilweise, was die Berliner den 4000 Zuschauern im Sportforum Hohenschönhausen boten. Das lag auch daran, dass der Außenseiter aus Iserlohn erstaunlich offensiv und engagiert mitspielte. Bereits nach drei Minuten konnten die Roosters nach einem Patzer von Berlins Stürmer Sven Felski jubeln: Matt Higgins überwand den machtlosen Eisbären-Torhüter Oliver Jonas. Die Antworten der Eisbären auf den frühen Rückstand waren wenig einfallsreich. Besonders im Überzahlspiel fehlte es ihnen an Flexibilität und Ideenreichtum – das ließ sich im gesamten Spiel beobachten. Selbst mit zwei Spielern mehr auf dem Eis stellten die Berliner Iserlohn nicht vor Probleme. Dafür schafften es die Eisbären dann auch mal, versehentlich mit sechs Mann auf dem Eis unterwegs zu sein, was natürlich regelgerecht eine Bankstrafe nach sich zog. Allerdings gab es auch einige Berliner, die ihrer Arbeit konzentriert nachgingen. Allen voran war das wieder einmal Stefan Ustorf. Der deutsche Nationalspieler ist einer der wenigen bei den Eisbären, der stets kämpft und zudem auch zuständig für spielerische Höhepunkte ist: Den ersten setzte Ustorf gestern in der elften Minute, als er Iserlohns Torwart Kotschnew mit einem platzierten Distanzschuss ins linke Eck überwand – erstaunlicherweise fiel das 1:1 bei Berliner Überzahl.

Das 2:1 der Eisbären schoss dann Kelly Fairchild nach einem sehenswert abgeschlossenen Konter kurz vor Ende des zweiten Drittels. Die Berliner Führung hatte allerdings nur bis zur 47. Minute Bestand: Da gelang Intranuovo der Ausgleichstreffer für die Iserlohn Roosters. Sekunden später war das aber schon vergessen, denn Florian Keller hatte mit einem sehenswerten Trick Iserlohns Torhüter überlistet und das wohl schönste und unbestritten wichtigste Tor des Tages erzielt, denn im Endspurt bewiesen die Eisbären mentale Stärke: Für das 4:2 beim ersten Berliner Sieg nach drei Spieltagen sorgte Rob Leask.

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