Sport : Wer ist Amelie Lux?: Die Surferin überrascht, während die Stars hinterhersegeln

Verkehrte Welt bei den deutschen Seglern in Sydney: Während die Stars Jochen Schümann und Roland Gäbler im Soling und Tornado meilenweit entfernt von ihrer Weltklasse-Form segeln, sorgt die 24-jährige Surferin Amelie Lux für die sportlichen Höhepunkte im Hafen von Sydney. Nach dem zweiten Sieg der Kielerin in der dritten Wettfahrt und der damit souverän verteidigten Gesamtführung in der Mistral-Klasse fragten viele ausländische Journalisten im Pressezentrum verblüfft: "Wer ist Amelie Lux?"

In beeindruckender Manier nutzte die zierliche Athletin bei Leichtwind die Gunst der Stunde. Die Hauptgefreite der Unteroffiziersschule in Appen bei Hamburg war 1994 und 1995 Jugend-Weltmeisterin. Und sie ist Realistin: "Es ist noch viel zu früh, um über eine Medaille nachzudenken." Doch Bundestrainer Diederik Bakker traut ihr einiges zu: "Ich habe ihr vorher gesagt, Amelie, du startest hier als Außenseiterin. Das ist dein großer Vorteil."

Auch Mistral-Surfer Alexander Baronjan aus Berlin übertrifft bisher alle Erwartungen, liegt nach drei Wettfahrten auf Gesamtrang drei. "Fantastisch, was die Surfer leisten", freute sich DSV-Sportdirektor Hans Sendes. Eine Überraschung gelang auch dem Kieler Duo Marcus Baur und Philip Barth, die bei der olympischen Premiere in der 49er-Jolle zunächst einen fünften Platz erreichten und das zweite Rennen trotz selbst verursachter Vorstartkollision und "Strafkringel" nach furioser Aufholjagd noch gewannen.

"Nur die Ruhe bewahren, das wird schon", sagte der dreimalige Olympiasieger Schümann, der nach zwei Wettfahrten mit Rang 15 den vorletzten Platz im Soling-Zwischenklassement belegt, seinen Vorschotern Gunnar Bahr und Ingo Borkowski. Das Trio darf trotz des Fehlstarts auf die Teilnahme am entscheidenden Matchrace der besten Zwölf hoffen. Auch Weltmeister Gäbler und sein Vorschoter Rene Schwall (Kiel), die als Fünfter schon 20 Punkte Rückstand auf Roman Hagara und Hans-Peter Steinacher (Österreich) haben, bemühen das Prinzip Hoffnung: "Bei der WM in diesem Jahr lagen wir nach vier Wettfahrten nur auf Platz 25 und haben doch gewonnen. Noch ist alles drin."

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