Sport : Wer ist Waske?

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London (dpa). Ein unbekannter deutscher Qualifikant überrschte gestern in Wimbledon die Experten. Alexander Waske heißt der Spieler, der gestern Nicolas Kiefer in Wimbledon in die zweite Runde folgte. Nervenstark setzte er sich mit 7:6 (7:4), 7:6 (7:3), 6:7 (2:7), 6:1 gegen den Italiener Andrea Gaudenzi durch und trifft bei seinem Debüt in Wimbledon nun auf den Brasilianer Flavio Saretta oder Australian-Open-Sieger Thomas Johansson aus Schweden.

„Ich kann es kaum glauben und bin so glücklich, dass ich in der zweiten Runde bin. Jetzt ist mir alles wurscht“, sagte der 27-Jährige aus Frankfurt am Main. Doch nun soll auch der nächste Schritt folgen, hat sich der selbstbewusste Aufschlag-Experte vorgenommen. Erst im reifen Tennis-Alter von 25 Jahren hatte sich er sich nach einer Banklehre und Wirtschafts-Studium in San Diego auf das Wagnis Tennis-Profi eingelassen. Der Hesse verdiente sich bei Challenger-Turnieren und in der Bundesliga bei Serienmeister Etuf Essen das Geld, das die Reisen auf der ATP-Tour verschlingen. 20 000 Euro schuldet Waske derzeit seinem Vater. Doch dieses Geld hat er in Wimbledon bereits wieder eingespielt. Vom Vater hat Alexander Waske den harten Aufschlag geerbt. „Er serviert mit seinen über 60 Jahren heute noch besser als ein Gaudenzi“, sagte der stolze Sohn schmunzelnd. Vater Andreas Waske verfolgte den ersten Erfolg seines Sohnes bei einem großen Turnier lediglich aus der Ferne. Nur Mutter Gudrun war mit nach London gekommen. „Ich habe nur drei Tickets. Viele, die mich immer unterstützten, kann ich nicht auf die Anlage lotsen“, bedauerte Waske.

Lars Burgsmüller konnte es dem Qualifikanten nicht nachmachen. Der Essener unterlag Michael Chang (USA) mit 3:6, 6:7 (4:7), 4:6, Michael Kohlmann (Hagen) verlor gegen Guillermo Canas (Argentinien) 5:7, 4:6, 4:6. Dagegen steht Rainer Schüttler (Korbach) nach seinem 7:6 (7:3), 6:4, 6:4 gegen Hicham Arazi (Marokko) in der nächsten Runde. Auch Jana Kandarr (Heidelberg) und Barbara Rittner (Düsseldorf) erreichten die zweite Runde. Die Hannoveranerin Martina Müller unterlag Denisa Chladkova (Tschechien) 3:6, 5:7. Die Berlinerin Angelika Roesch verlor gegen Virginia Ruano Pascual (Spanien) 2:6, 4:6, und Bianka Lamade (Pforzheim) unterlag gegen Elena Dementjewa (Russland) mit 4:6, 3:6.

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