• Wer nicht kommt zur rechten Zeit Bremen ist verärgert über Kloses Bayern-Kontakte

Sport : Wer nicht kommt zur rechten Zeit Bremen ist verärgert über Kloses Bayern-Kontakte

Frank Hellmann

Barcelona - Imposant die riesigen Torbögen, monumental der großzügige Eingangsbereich: In den 75 Zimmern im Hotel AC Miramar am Plaza Carlos Ibánez, einer Fünf-Sterne-Herberge am Fuße des Montjuic, dem Hausberg von Barcelona, fehlt es an nichts: In dem Luxushotel mitten im Zentrum der pulsierenden Metropole ist die Entourage von Werder Bremen abgestiegen, um sich auf das Uefa-Cup-Halbfinale bei Espanyol Barcelona vorzubereiten. Doch die Vorfreude auf das „nicht ganz unwichtige Spiel in unserer Vereinsgeschichte“ (Vorstandsboss Jürgen L. Born) wird empfindlich gestört – vom FC Bayern München.

Wie mittlerweile bestätigt ist, hat sich Miroslav Klose am Dienstagabend im Maritim Airport Hotel am Flughafen Hannover mit Ottmar Hitzfeld und Uli Hoeneß getroffen. Für die Bremer Geschäftsführung ist das ein Buhlen zur Unzeit. Born: „Wir sollen für den deutschen Fußball wichtige Punkte in der Europapokal-Wertung sammeln, da kommt mir so ein Störfeuer schon merkwürdig vor.“ Ergo droht er: „Fühlen wir uns an die Wand gedrückt, werden wir uns auf vertragliche Dinge berufen – und er hat immerhin noch einen Vertrag bei uns.“

Auch Sportdirektor Klaus Allofs ist ungehalten – über das Vorpreschen des Konkurrenten, der nach Fifa-Reglement den Klub hätte informieren müssen. „Wenn Klose sich mit ihnen getroffen hat, ist das ein merkwürdiger Termin zwei Tage vor so einem wichtigen Spiel.“ Der WM-Torschützenkönig besitzt in Bremen noch einen Vertrag bis 2008. Zudem hatte Allofs die Zustimmung für einen Wechsel vorbehaltlich nur fürs Ausland gegeben. Aus Barcelona teilte Allofs nun unmissverständlich mit: „Wir werden ihn sicher nicht zum FC Bayern ziehen lassen.“

Die Münchner würden offenbar rund 15 Millionen Euro Ablöse investieren. Überdies sind die unter Druck geratenen Münchner bereit, das Klose-Gehalt annähernd zu verdoppeln – an der Weser kann der zweifache Familienvater inklusive Prämien im besten Falle rund drei Millionen Euro im Jahr verdienen.

Klose selbst schweigt derzeit, hatte aber noch am Dienstag die Tür für die Bayern geöffnet, als er seinen bislang allein auf das Ausland fokussierten Wechselwunsch erstmals modifizierte. „Es war mein Wunsch, irgendwann mal ins Ausland zu gehen. Aber das bedeutet gar nichts.“

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