Sport : Wer nicht sucht, der findet

Armin Lehmann

erklärt, wie der Zufall mit dem DFB spielte König Artus kämpfte einst gegen die Angelsachsen, und das war ziemlich anstrengend. Kaiser Beckenbauer kämpfte darum, dem deutschen Fußball einen neuen Teamchef zu besorgen. Man hatte extra eine Trainerfindungskommission (TFK) erfunden, was sehr innovativ klang. Am Samstagabend, direkt nachdem Beckenbauer die Aufführung von „King Arthur“ in Salzburg gesehen hatte, verkündete er im „ZDF-Sportstudio“ das Ende der TFK und plauderte auf genial naive Weise aus, wie der Name Jürgen Klinsmann Thema wurde. Er tat es so, dass man nicht anders konnte, als die Erkenntnis zu gewinnen: Die TFK war eine große Farce.

Wochenlang hatte sich Deutschland gefragt, wie und mit wem der DFB verhandeln würde nach den Absagen von Hitzfeld und Rehhagel. Es hieß, man wolle sich Zeit nehmen, um intensiv und geheim auszuloten, wer in Frage kommen könnte. Es wurde betont, dass die Suche im Sommer schwer sei, weil die Kandidaten laufende Verträge einzuhalten hätten. Das leuchtete ein, und so war der Eindruck entstanden, hier wolle ein Verband aus Fehlern lernen. Man wolle professionell einen leitenden Angestellten suchen, ohne sich dem Druck der Öffentlichkeit auszusetzen, aber vielleicht so effektiv, wie es in der Wirtschaft üblich ist.

Beckenbauer aber erklärte im ZDF, dass es gar keine weiteren Verhandlungen gab. Von wegen Guus Hiddink, von wegen Morton Olsen. Es hat nach Rehhagels Absage keine Gespräche gegeben. Man muss sich den Rest, frei nach Beckenbauer, so vorstellen: Berti Vogts trifft aus Eigeninitiative Klinsmann und ruft DFB-Generalsekretär Schmidt an. Der sitzt dann mit der ratlosen TFK zusammen und wirft den Namen Klinsmann in die Runde. „Ein Zufall“, sagte Beckenbauer im ZDF und lachte. Es ist zum Weinen!

Siehe auch die Artikel auf Seite 20

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