Wer schießt jetzt die Traumtore? : Der 1. FC Union muss auf Silvio verzichten

Der Brasilianer Silvio wird dem 1. FC Union nach seinem Bänderiss mindestens vier Wochen fehlen. Gegen Aachen am kommenden Samstag hofft Trainer Uwe Neuhaus nun vor allem auf Simon Terodde.

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Berlin - Schlechte Laune wollte sich Uwe Neuhaus am Dienstag nicht unterstellen lassen. „Ich bin gut drauf, die Sonne scheint. Es ist alles wunderbar“, sagte der Trainer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union. Von Silvio konnte man das nicht behaupten. Der Angreifer verließ nur einmal kurz die obere Etage des Kabinencontainers im Stadion An der Alten Försterei, um in Badelatschen in den Schuhraum zu ebener Erde zu gehen. Sein linker Knöchel war dick mit einem weißen Verband bandagiert. „Ich werde schnell wieder fit sein“, hofft der Brasilianer. Doch nach seinem Bänderriss am Sprunggelenk, den sich der 26 Jahre alte Fußballer beim Auswärtsspiel beim MSV Duisburg (1:1) am Sonnabend zugezogen hatte, muss der Neuzugang vom FC Zürich erst einmal von einer vier- bis sechswöchigen Zwangspause ausgehen.

Traumtore wie Silvios 2:1 gegen den FC Ingolstadt (Endstand 4:1) müssen erst einmal andere schießen. Wie will Union den Ausfall des bislang mit vier Treffern treffsichersten Akteurs kompensieren? „Gar nicht, wir spielen nur mit zehn Mann“, sagt zunächst Neuhaus im Scherz. Ernsthaft betrachtet bringt das Fehlen von Silvio wohl aber anderen Angreifern eine Einsatzchance. „Natürlich ist es ärgerlich. Wenn der Toptorschütze ausfällt, freut sich keiner drüber. Damit müssen wir aber zurechtkommen“, sagt Neuhaus. „Wir haben in den letzten Jahren immer wieder bewiesen, dass andere einspringen können, wenn ihre Chance kommt. Das erhoffe ich mir jetzt natürlich auch.“ Am Sonnabend (13 Uhr) gegen den Tabellenvorletzten Alemannia Aachen, der vier Mal in Folge 0:0 spielte und gestern Friedhelm Funkel als neuen Trainer vorstellte, ist mit zwei Union-Angreifern zu rechnen. Einer davon dürfte Simon Terodde sein, der seit acht Spielen auf seinen ersten Meisterschaftstreffer wartet. „Vielleicht ist das eine neue Chance für Simon. Ich weiß selbst noch nicht, wie wir gegen Aachen spielen“, meint Neuhaus. „Trainingsleistungen spielen ja auch eine Rolle. Aber wir werden es auf jeden Fall auffangen.“

Möglicherweise wird Neuhaus mit dem bisher nur einmal eingesetzten Halil Savran als zweitem Angreifer neben Terodde beginnen. Denn auch John Jairo Mosquera droht nach einer Zerrung in Duisburg das Aus. Immerhin konnte der Kolumbianer genau wie der an Gürtelrose erkrankte Mittelfeldspieler Christopher Quiring gestern einige Übungen mit der Mannschaft absolvieren.

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