Wer verteidigt bei Hertha BSC? : Es läuft auf Florian Baak hinaus

Hertha BSC hat vor dem Auswärtsspiel große Personalprobleme in der Abwehr. Die Kandidaten für die Viererkette sind jung, sehr jung und extrem jung.

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Perspektive Startelf. Florian Baak könnte in Darmstadt erstmals von Anfang an spielen. Foto: dpa
Perspektive Startelf. Florian Baak könnte in Darmstadt erstmals von Anfang an spielen.Foto: dpa

Florian Baak kam nicht richtig in den Zweikampf, er geriet sogar ins Straucheln, so dass sein Gegenspieler plötzlich freie Bahn zum Tor hatte. Doch Baak rappelte sich auf, jagte Ondrej Duda hinterher. Den ersten Schussversuch des Slowaken blockte er erfolgreich, aber der Ball landete erneut bei Duda. Baak machte ein langes Bein, erwischte den Ball mit der Fußspitze und lenkte ihn an den Pfosten – Angriff abgewehrt.

So hängt sich jemand rein, der mit achtzehn Jahren und nicht einmal zwei Monaten die Chance hat, zum ersten Mal in der Fußball-Bundesliga von Anfang an zu spielen. Pal Dardai, Trainer von Hertha BSC, wird am Wochenende mit argen Personalproblemen zu kämpfen haben. Mit den gelbgesperrten John Anthony Brooks und Sebastian Langkamp fallen ihm beim Auswärtsspiel in Darmstadt die letzten verbliebenen Innenverteidiger mit Erfahrung aus. Die Kandidaten für deren Vertretung sind jung, jünger und extrem jung. „Sie sind noch Babys“, scherzt Dardai.

Es sagt ja alles, dass der 19 Jahre alte Jordan Torunarigha mit sechs Bundesligaspielen und drei Startelfeinsätzen schon als Routinier durchgeht und für das vorerst letzte Bundesliga-Heimspiel des Absteigers Darmstadt 98 gesetzt ist. Gesucht wird nur noch sein Nebenmann in der Innenverteidigung. Die Kandidaten heißen Florian Baak, Sidney Friede und Nico Beyer. „Nico Beyer ist der Mann, Florian Baak der Auszubildende, Sidney Friede der Ballsichere“, sagt Dardai. „Aus den dreien müsstest du einen Abwehrspieler machen.“

Baak hat die größte Bundesligaerfahrung - fünf Minuten

Da das bis Samstag schwierig wird, muss der Ungar sich wohl oder übel für einen der drei entscheiden. Es deutet einiges auf Florian Baak hin – und das nicht nur, weil er von den drei Anwärtern über die größte Bundesligaerfahrung verfügt. Vor zehn Tagen, bei Herthas Niederlage in Bremen, wurde er in der 86. Minute eingewechselt. Anfang des Jahres hat Baak einen Profivertrag unterschrieben, bereits seit dem Herbst trainiert er mehr oder weniger regelmäßig mit den Profis – was er seinen internen Konkurrenten voraus hat. Und am Mittwoch im Training war es Baak, den Dardai an der Seite Torunarighas verteidigen ließ.

Nico Beyer, 20, kommt in der Regel im Regionalligateam zum Einsatz, hat am Wochenende nach einer dreimonatigen Verletzungspause allerdings zum ersten Mal wieder gespielt. Er hat als 18-Jähriger erstmals mit den Profis trainiert, saß an seinem 19. Geburtstag sogar schon in der Bundesliga auf der Bank – und wurde von Dardai in dieser Woche erstmals seit längerem wieder für die erste Mannschaft angefordert. Sidney Friede, 19, trainiert schon eine Woche länger bei den Profis, war sogar im Winter im Trainingslager auf Mallorca dabei. Dardai schätzt die strategischen und technischen Fähigkeiten Friedes. Allerdings ist er kein Abwehrspieler, sondern im Mittelfeld zu Hause.

Als die Spieler am Mittwoch den Trainingsplatz verließen, kam ihnen Niklas Stark entgegen, der noch einmal individuell trainierte. An diesem Donnerstag soll er bereits wieder das normale Programm absolvieren. Für das Spiel in Darmstadt aber kommt er laut Dardai noch nicht in Frage. Das liegt aber nicht daran, dass er mit 22 Jahren schon zu alt ist.

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