Sport : Wer wagt, gewinnt

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André Görke über Herthas Suche

nach einem neuen Trainer

Wer hilft Hertha BSC jetzt weiter? In den Sportredaktionen dieser Stadt werden jetzt täglich Zettel und Listen geschrieben, da stehen dann Namen drauf. Namen von Trainern, die Berlins Fußball-Klub in der Rückrunde noch vor dem Abstieg retten können. Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass die Verantwortlichen von Hertha BSC die gleichen Listen haben - und Namen. Viele, das darf als gesichert gelten, sind schon aussortiert worden. Vermutlich sind noch zwei Kandidaten im Rennen, davon heißt einer Ralf Rangnick von Hannover 96.

Gleichzeitig hat sich bei Hertha BSC auch die Erkenntnis durchgesetzt, dass nur noch ganz bestimmte Fähigkeiten weiterhelfen. Es geht ums Überleben, um nichts anderes, um den rettenden 15. Platz. Folgt man diesen richtigen Überlegungen der Verantwortlichen, dann ist Ralf Rangnick womöglich ein zu großes Risiko. Der Mann mag ein vorzüglicher Fachmann sein, der ein Team formen und führen kann. Aber kann er auch sofort Erfolg haben, ist er der Mann für dieses verunsicherte, womöglich zerstrittene Team?

Ein anderes Profil wäre hilfreicher: Ein erfahrener, älterer Trainer, fachlich anerkannt, psychisch voll auf der Höhe, eine Figur, die auch väterlich auf die Spieler eingehen kann und gleichzeitig versteht, das Publikum neu zu motivieren. Einer, der seinen Job nur befristet sieht, als Retter, und langfristigen Überlegungen (Matthias Sammer) nicht im Weg stehen würde. So ein Mann ist verdammt schwer zu finden. Einer heißt Hans Meyer. Der hat schon abgesagt. Aber wenn Hertha BSC die Wahl zwischen ihm und Rangnick hätte, man müsste dem Verein zu dem alten Mann raten, der eigentlich sein Rentnerdasein genießen will. Aber Hans Meyer ist auch eitel genug, um an dieser Aufgabe Gefallen zu finden. Vielleicht sollte Hertha noch einen Versuch wagen.

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