Sport : Wer zahlt, schafft an

Geld regiert die Welt, nicht wahr? Eine Position, die zwar so alt ist wie die Menschheit, nun aber auch dem mehrfach abgewickelten vormaligen Trainer Erich Ribbeck aufgefallen ist. Also klagte er über die Macht des Geldes, die allüberall den Fußball beherrsche. Millionäre gäbe es nur noch, und meinte die Spieler, nein, das sei nicht mehr seine Welt, vermeldete er von seinem Ruhesitz mit angeschlossenem Gofplatz auf den Kanaren. Übrigens der gleiche Ribbeck, der vor Jahren seinen millionenschweren Vertrag als, nun ja, Trainer von Bayer Leverkusen mit den launigen Worten kommentierte: "Ich arbeite doch nicht für Klümpkes." Aber das ist eine andere Geschichte.

Hier geht es um den Millionär Giovane Elber, der auf dem Rasen ungleich mehr zustande gebracht hat als der Kritikaster von den Kanaren. Nur helfen tut ihm all sein Geld auch nicht. Für sein Heimatland Brasilien wollte er auflaufen, wenigstens anwesend sein und mitzittern (was für die Mannschaft dringend geboten ist zurzeit), aber das darf er nicht. Elber nämlich doktert an Kniebeschwerden rum, weswegen er wohl fliegen und auch mitzittern könnte, weswegen sein Arbeitgeber vom FC Bayern München jedoch Veto eingelegt hat. Also trabt Elber in München zum Aufbautraining, wird auch wahrscheinlich beim nächsten Bundesligaspiel gegen Bremen wieder dabei sein, und in Brasilien tobt die Heimat. Nie mehr dürfe Elber, offensichtlich so eine Art Vaterlandsverräter, im berühmten gelben Trikot auflaufen. Da steht er nun, der gute Giovane, hat in den vergangenen Wochen entscheidend mitgeholfen, dass die Bayern ihren besten und erfolgreichsten Fußball seit Jahrzehnten spielen, würde nun auch helfen wollen, dass seine Brasilianer in der Weltmeisterschafts-Qualifikation nicht mehr weiter auf Ribbeckschem Niveau spielen und muss eine weitere Lebenserfahrung machen: Wer zahlt, schafft an.

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