Werbeplakate für Zigaretten : Sebastian Vettel wird bei Ferrari zum Raucher

Weil Monaco nicht Mitglied der Europäischen Union ist, darf hier noch für Zigaretten geworben werden. Und so wird Sebastian Vettel im Fürstentum plötzlich zum Raucher, denn sein Arbeitgeber Ferrari wird von einem großen Tabakkonzern mitfinanziert.

von
Ich häng's an jede Wand. Neue Raucher braucht... ja, wer eigentlich?
Ich häng's an jede Wand. Neue Raucher braucht... ja, wer eigentlich?Foto: Christian Hönicke

Ferrari macht Sebastian Vettel zum Raucher. Bei der Anfahrt zur Formel-1-Strecke in Monaco prangen große Plakate auf den Steinmauern, die den viermaligen Weltmeister als Werbeikone für Zigaretten zeigen. Der Hintergrund dafür ist die weiterhin starke Verbindung zwischen Vettels Rennstall Ferrari und dem Tabakkonzern Philip Morris.

Im Fürstentum Monaco, das nicht zur Europäischen Union zählt, ist Tabakwerbung weiterhin erlaubt. In der restlichen EU ist sie seit längerem verboten, die Tabakkonzerne haben sich deshalb schon vor Jahren aus der Formel 1 zurückgezogen. Doch Ferrari wird weiter von der Philip-Morris-Marke Marlboro finanziert, angeblich mit mehr als 150 Millionen Euro pro Jahr. Der Schriftzug der Zigarettenmarke taucht zwar nicht auf den Autos auf. Dafür tüncht Ferrari seine Autos weiterhin Marlboro-Rot, und auch die Gestaltung des Ferrari-Logos an der Wagenseite in der Farbaufteilung rot-weiß erinnert noch immer an die Liaison.

Die Bände reichen bis hinauf in die obersten Chefetagen. Vettels Teamchef Maurizio Arrivabene kam direkt vom Zigarettenhersteller zu Ferrari, der Leiter des Mutterkonzerns Fiat, Sergio Marchionne, sitzt sogar im Aufsichtsrat von Philip Morris. Es waren also kurze Dienstwege zu überbrücken, als Vertrag mit dem Sponsor vor kurzem bis 2018 verlängert wurde.

Der neue Ferrari-Star Sebastian Vettel wusste von seinem Glück als Raucher-Testimonial offenbar nichts. Obwohl er immer wieder glaubhaft macht, eher abstinent zu leben und auch quasi keinen Alkohol zu trinken, zeigte er sich darüber auch weniger erstaunt oder erbost als gleichgültig. „Es weiß doch sowieso jeder, wer unser größter Sponsor ist“, sagte er dem Blog „F1-Insider.com“. Man sollte sich also nicht wundern, wenn der Heppenheimer künftig mit Kippe im Mundwinkel im Fahrerlager auftaucht.

0 Kommentare

Neuester Kommentar