Sport : Werbung für die Zukunft

Der FC Bayern schlägt Rapid Wien ohne Ballack

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München - Es könnte der FC Bayern der Zukunft gewesen sein, der am Dienstagabend in der Allianz-Arena aufgetreten ist. Die Münchner spielten ohne den verletzten Michael Ballack, was in den nächsten Jahren zur Regel werden könnte, da sich die Zeichen mehren, dass der Nationalspieler den Klub verlassen wird. Da traf es sich gut für den FC Bayern München, dass man gegen Rapid Wien auch ohne Ballack das erste Etappenziel in der Champions League souverän erreicht hat. Trotzdem wollte kein Spieler diesen Erfolg überbewerten. „4:0, das sagt doch alles“, sagte Nationalspieler Bastian Schweinsteiger.

Immerhin haben die Münchner nun unter Trainer Felix Magath von 17 Pflichtspielen ohne Ballack 16 gewonnen und keines verloren. „Wir können Michael zeitweise ersetzen, aber wenn es drauf ankommt, brauchen wir ihn unbedingt“, sagte Torhüter Oliver Kahn. „Er wird gebraucht, wenn es in der Champions League in die K.-o.-Spiele geht, aber auch in der Bundesliga“, sagte Magath. Schon vor dem Spiel hatte es Wirbel um Ballack gegeben, weil eine spanische Zeitung seinen Wechsel zu Real Madrid als perfekt meldete. Sein Berater Michael Becker bestätigte immerhin Reals Anfrage.

Vor allem Bayerns Mittelfeldspieler nutzten Ballacks Abwesenheit zur Eigenwerbung: Sebastian Deisler zauberte auf der rechten Seite wie ein Spielmacher und traf im dritten Champions-LeagueSpiel nacheinander ins Tor. „Es läuft bei mir über Wochen schon“, sagte Deisler, „aber das hat nichts mit der Situation zu tun, ob Ballack bleibt oder nicht.“ Ali Karimi durfte im Zentrum spielen und krönte sein Europapokal-Debüt mit dem Tor zum 2:0. Schweinsteiger glänzte nach seiner Einwechslung als Torvorbereiter. Er schlug einen Traumpass auf Roy Makaay, der mit zwei Treffern seine internationale Torflaute beendet hat. „Wir haben wieder eine Top-Leistung abgeliefert“, sagte Magath, „es gab viele positive Aspekte.“

Im Kampf um den Gruppensieg, der im Achtelfinale das Heimrecht im entscheidenden Rückspiel beschert, führen die Bayern gegenüber dem punktgleichen Tabellenzweiten Juventus Turin vor dem letzten Spieltag knapp mit einem Treffer. Manager Uli Hoeneß ärgerte sich dennoch ein wenig. „Ich hätte mir das eine oder andere Tor mehr gewünscht, um deutlicher vor Juve zu sein.“

Inzwischen reagieren die Verantwortlichen des FC Bayern genervt auf das Thema Michael Ballack. Hoeneß kommentierte nur kurz die Meldung aus Spanien. Er fände es schade, sagte er, wenn sein Klub nicht informiert worden wäre. Immerhin sind ihm nach dem Einzug ins Achtelfinale bereits mindestens 25 Millionen Euro Einnahmen sicher, Geld, das der FC Bayern in einen Nachfolger Ballacks investieren könnte. dpa

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