Werder Bremen - 1899 Hoffenheim 1:1 : Bremen zeigt erneut Charakter

Die Heimpremiere von Werder Bremen ist nur zur Hälfte geglückt. Gegen 1899 Hoffenheim bewiesen die Hanseaten aber gute Moral und verhinderten wie beim Auftakt in Berlin nach einem frühen Rückstand eine mögliche Niederlage.

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Keine Überflieger: Bremens Junuzovic (li.) im Zweikampf mit Hoffenheims Roberto Firmino. Foto: afp
Keine Überflieger: Bremens Junuzovic (li.) im Zweikampf mit Hoffenheims Roberto Firmino.Foto: afp

Manchmal fragt man sich bei einem Fußballspiel schon, was die Teams in der Halbzeitpause eigentlich so veranstalten. Ob sie wirklich nur etwas Trinken, den taktischen Anweisungen des Trainers lauschen und ein frisches Trikot überziehen. Oder ob es da noch irgendetwas anderes gibt. Man fragt sich das zumindest nach solchen Spielen, bei denen zwei Halbzeiten so unterschiedlich anmuten wie beim 1:1 (0:1)-Unentschieden zwischen Werder Bremen und der TSG Hoffenheim.

In Hälfte eins beherrschten die Kraichgauer den Gastgeber vor 38 900 Zuschauern fast nach Belieben. Gar nicht mal, weil sie so übertrieben gut Fußball spielten, sondern eher, weil Werder an Harmlosigkeit kaum zu übertreffen war. Die Folge war das schön anzuschauende 1:0 der Gäste durch Roberto Firmino. Und damit waren die nahezu chancenlosen Bremer bis zum Seitenwechsel noch gut bedient. Dutt hatte vor dem Spiel hinsichtlich der deutlich besseren finanziellen Möglichkeiten der Hoffenheimer erklärt: „Die TSG wird am Ende weit vor uns landen, aber in 90 Minuten entscheidet nicht das Geld. Wir können in einem Spiel alles raushauen, wir werden alles raushauen.“

Dutt: "Nicht absichtlich in Rückstand"

Zunächst jedoch haute Werder gar nichts raus, und es haute auch rein gar nichts hin. Erst als Bremens Sechser Alejandro Galvez nach knapp einer Stunde Spielzeit seinen Stürmern zeigte, wie es funktioniert mit dem Toreschießen – da haute sich Werder plötzlich rein. Keiner der Beteiligten konnte sich anschließend erklären, warum das Spiel so plötzlich kippte. Und die Bremer konnten sich vor allem nicht erklären, warum sie in dieser Saison immer erst in Rückstand geraten müssen, ehe sie sich zusammenraufen und sich auf ihre kämpferischen Tugenden besinnen. Mit einem Mal rannte jeder Bremer den entscheidenden Meter mehr, traute sich Dinge, die er sich in der ersten Hälfte nicht getraut hatte. Und so spielten sich die Grün-Weißen in den letzten 20 Minuten ein halbes Dutzend Großchancen heraus – ohne aber eine davon zu nutzen.

„Ich kann versichern, dass wir nicht bewusst in Rückstand gehen, um danach besser zu spielen“, sagte Dutt. Hoffenheims Trainer Markus Gisdol war am Ende froh über den Punktgewinn. Das sahen die Bremer naturgemäß anders: „Es fühlt sich an wie zwei verlorene Punkte“, erklärte Werders Innenverteidiger Assani Lukimya. „Aber es ist gut zu wissen“, ergänzte Sebastian Prödl, „dass wir physisch immer noch nachlegen können.“

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