Werder Bremen : Ein Winter der leisen Hoffnung

Der SV Werder gibt sich verhalten optimistisch. Der Glaube bleibt, dass es mit einer Aufholjagd noch ein gutes Ende dieser bisher wankelmütigen Saison geben könnte.

Frank Hellmann

BremenWenigstens darauf ist bei Werder Bremen noch Verlass: Immer wenn die Fußballprofis am Jahresende auf dem Kunstfaserjersey einen Tannenbaum statt der Vereinsraute tragen, scheint das wie ein Schutzengel zu wirken. Seit fünf Jahren können die Hanseaten diesem Effekt vertrauen; da bildete auch das verdiente, am Ende jedoch glückliche 2:1 gegen den VfL Wolfsburg keinen Ausreißer. „Ein überlebenswichtiger Erfolg, um wenigstens ein bisschen Kontakt nach oben zu behalten“, sagte Nationalspieler Per Mertesacker. Sportchef Klaus Allofs kam zu demselben Schluss: „Das lässt uns einige Möglichkeiten offen.“ Und hält den Glauben aufrecht, dass es mit einer Aufholjagd noch ein gutes Ende dieser wankelmütigen Saison geben könnte, die mit der schlechtesten Hinrundenbilanz der Ära von Klaus Allofs und Trainer Thomas Schaaf begann.

Die letzten drei Zähler des Jahres sicherte zuvorderst der erneut überragende Mesut Özil. Sowohl den Kopfballtreffer von Mertesacker als auch das Eigentor von Josué bereitete der 20-Jährige vor, doch die eigentliche Überraschung packte er erst hinterher aus. Da nutzte der Deutsch-Türke nämlich seine starke Leistung als Vertreter des gesperrten Diego, um Druck auf den Bundestrainer auszuüben. „Joachim Löw hat bei mir angerufen, aber das ist schon eine Weile her. Jetzt ist alles wieder offen.“ Würden ihn die Türken nun anfunken, könnte er schwach werden, „ich würde ja am liebsten für beide Nationalmannschaften spielen“.

In Bremen kündigen sich weitere Veränderungen an, deren Konturen Allofs schon mal umriss. In der Führung der Mannschaft wolle man konsequenter werden, die Freiheiten und Selbstverständlichkeiten mancher Spieler wolle man einschränken. Und natürlich wird ein wenig am Kader gefeilt, „keine Runderneuerung, aber einige Ausleihgeschäfte“ (Allofs) zeichnen sich ab – Boubacar Sanogo, Martin Harnik, Peter Niemeyer und Dusko Tosic werden wohl auf den Wintermarkt geworfen. Dort will sich Werder selbst mit einem Stürmer und einem linken Verteidiger verstärken, aber bitte nicht zu zweistelligen Millionenbeträgen. „Aktionismus bringt uns nicht weiter“, betont Allofs.

Was daraus werden kann, ist ja in Wolfsburg zu besichtigen: Das teure Team von Felix Magath überwintert wegen der fatalen Auswärtsschwäche hinter den Bremern. „Ich will von einer Auswärtsschwäche nichts wissen“, beteuerte Magath, das habe allein am Spielplan gelegen.

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