Werder Bremen : Klasnic' Rückkehr "gleicht einem Wunder"

Ivan Klasnic hat die schwerste Zeit seines Lebens mit einer Nierentransplantation hinter sich gelassen. Der Bremer-Stürmer hat sogar schon wieder getroffen - in einem Test der Werder-Amateure.

Tom Vaagt
Ivan Klasnic
Er ist wieder da: Ivan Klasnic hat sich nach seiner Nierentransplantation wieder herangekämpft. -Foto: ddp

BremenVor rund zehn Monaten verdrückte Ivan Klasnic ein paar Tränen, dann jede Menge Schweiß und inzwischen schüttet sein Körper wieder regelmäßig Glückshormone aus: Nach einer langen Leidenszeit mit zwei Nierentransplantationen und Phasen zwischen Hoffen und Bangen ist der Torjäger des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen wieder da.

Klasnic will gegen St. Pauli auflaufen

Am vergangenen Donnerstag netzte er in einem Testspiel der Regionalliga-Mannschaft gegen den Kreisligisten SF Wüsting-Altmoorhausen zweimal ein. "Ich bin fit. Jetzt muss ich schnell Spielpraxis sammeln", sagt Klasnic, der im Zweitrundenspiel des DFB-Pokals gegen seine alte Liebe FC St. Pauli bereits die nächste Möglichkeit bekommen sollte, am nötigen Feinschliff zu arbeiten. Über das Team von Werder II wird Klasnic, der sich augenzwinkernd gern als "Weltstar" bezeichnet, langsam an höhere Aufgaben herangeführt.

Bei St. Pauli hatte der 27-Jährige einst seine Profilaufbahn begonnen, bevor er in Bremen richtig durchstartete und es auf 42 Tore in 135 Bundesligaspielen brachte. Seine bislang letzte Partie in Deutschlands Beletage bestritt er am 17. Dezember 2006. Dann traten die gesundheitlichen Probleme auf und die wohl schwierigste Zeit in seinem Leben begann. Im vergangenen Januar wurde die erste Spenderniere von seiner Mutter vom Körper abgestoßen, erst die zweite Transplantation mit einem Organ seines Vaters im März erzielte den erhofften Erfolg.

Klasnic glaubte fest an Rückkehr

Bis auf Klasnic selbst glaubte aber wohl kaum jemand an seine Rückkehr auf die Fußball-Bühne. Doch bei Werder stand man zu ihm. Kurz vor Ende seines auslaufenden Vertrages verlängerte er in Bremen um ein weiteres Jahr und wollte dieses Vertrauen unbedingt zurückzahlen. Unbeirrt schuftete er für seine Rückkehr. Auch als die Medikamente seinen Körper aufschwemmten oder er einen ersten Belastungstest beim früheren Nationalmannschafts-Arzt Prof. Wilfried Kindermann nicht bestand, gab der Stürmer nicht auf. Mit dem gleichen Willen, mit dem er einst den Ball im Tor unterbrachte, wollte er auf den Platz zurück.

Es gelang: Kindermann gab grünes Licht und Klasnic stieg am 27. September wieder ins Mannschaftstraining ein. Mit einem speziellen Schutzgürtel geht er seitdem keinem Duell aus dem Weg. Sein Kampf ist schließlich noch nicht beendet. Er will wieder in der Bundesliga auflaufen. Den Respekt seiner Kollegen kann ihm aber schon jetzt niemand mehr nehmen. "Die ganze Mannschaft freut sich, dass Ivan wieder da ist. Wir wissen, dass es einem Wunder gleicht", sagt Werders Nationalspieler Per Mertesacker. (mit sid)

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