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Werder Bremen - Schalke 04 1:1 : Ein Punkt gegen den Abstieg

Durch ein gerechtes Unentschieden gegen Schalke 04 hat Werder Bremen einen kleinen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Schalkes Trainer Jens Keller begrüßte eine ganz besondere Eigeninitiative seiner Spieler.

Verbissen: Bremen und Schalke behakten sich im Mittelfeld. Foto: AFP
Verbissen: Bremen und Schalke behakten sich im Mittelfeld.Foto: AFP

Werder-Manager Thomas Eichin war der Punkt zuwenig, Die Bremer Fans feierten hingegen ihr Team nach dem 1:1 (1:1) gegen Schalke 04. Mit dem einen Zähler ist ihr Club dem Klassenverbleib in der Fußball-Bundesliga ein großes Stück näher gekommen. Zudem bot Werder am Samstag seine beste Saisonleistung. Eichin wollte von der guten Laune aber nichts wissen. Zwar lobte er die Mannschaft, die "90 Minuten ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht" habe. Doch stellte er mit grimmiger Miene fest: "Das waren zwei verlorene Punkte." Mehr als Führungstreffer durch Franco di Santo (15. Minute) war trotz der spielerischen starken Leistung nicht drin für die Bremer.
Leon Goretzka sicherte den Schalkern das Remis (33.).

Draxler: "Müssen froh sein."

Die Gelsenkirchener versäumten es durch das Unentschieden, Borussia Dortmund im Kampf um Platz zwei unter Druck zu setzen und bleiben Dritter. "Wir müssen froh sein, dass wir nicht noch einen reingekriegt haben", kommentierte 04-Mittelfeldspieler Julian Draxler: "Wir hätten den Sieg nicht verdient gehabt."

Beide Teams boten eine unterhaltsame Partie, die nach Schalkes schwacher Anfangsphase hin- und herwogte. Mit viel Einsatz und gelungenen Spielzügen begeisterte vor allem Werder die 42 100 Zuschauer im Weserstadion. Ein Leistungsunterschied zwischen dem Champions-League-Teilnehmer aus Gelsenkirchen und dem seit ein paar Jahren schwächelnden Gastgeber war nicht zu erkennen.

Die Bremer waren am Anfang und am Ende sogar das dominierende Team und zeigten sechs Tage nach dem Derby-Sieg gegen Hannover 96 erneut eine konzentrierte Vorstellung. In der gleichen Aufstellung wie bei den Niedersachsen spielte Werder hinten sicher und demonstrierte mehrfach ein gelungenes Umschaltspiel.

Huntelaar hilflos, Di Santo stark

Im Mittelfeld der Gelsenkirchener begann Kevin-Prince Boateng, der nach Ablauf seiner Gelbsperre wieder in die Startelf gerückt war. Der ghanaische Nationalspieler konnte als Regisseur jedoch keine Akzente setzen und zog sich Mitte der ersten Halbzeit in das defensive Mittelfeld zurück. Der auf die Zehner-Position gerückte Julian Draxler erwies sich als der bessere Spielgestalter. "Wir wollen mündige Spieler", sagte Trainer Jens Keller zu der von den Spielern eigenmächtig umgesetzten Umstellung.

Wenige Anspiele von seinen Mitspielern erhielt Klaas-Jan Huntelaar. Der niederländische Torjäger musste sich als einzige Spitze mit Sebastian Prödl und Luca Caldirola auseinandersetzen und kam nur selten zur Entfaltung.Gefährlicher war Werders Mittelstürmer di Santo. Der Argentinier tunnelte zunächst bei seinem vierten Saisontreffer nach einem Pass von Eljero Elia den Schalker Keeper Ralf Fährmann, ehe er nur zwei Minuten später nach einer Vorlage von Aaron Hunt knapp scheiterte: Fährmann lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an den Pfosten.

Ärgerlich für Werder: Torschütze di Santo sah die fünfte Gelbe Karte und fehlt kommende Woche in Mainz. Der Torschütze war dennoch "sehr zufrieden, mit meinem Spiel und mit meiner Mannschaft". Schalke kam nur selten vor das Bremer Tor, zeigte sich zumindest in der entscheidenden Szene effektiv. Nach einer missglückten Abwehraktion von Sebastian Prödl reagierte Goretzka sofort und zog aus rund 15 Metern ab. Großartige Torchancen gab es danach nicht mehr, Fährmann hatte deutlich mehr zu tun als Werder-Torwartkollege Raphael Wolf. (dpa)

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