Werder Bremen : Wie zu Rehhagels Zeiten

Neue Defensivtugend, alte Angriffsstärke – mit dieser bislang ungekannten Balance plant Werder Bremen den Sturm an die Tabellenspitze. Bremen kassiert so wenige Gegentore wie seit Jahren nicht und stellt die zweitbeste Abwehr der Liga.

Bochum -  „Wir hoffen natürlich alle, dass wir bald ganz oben sind. Aber wenn es so weitergeht, habe ich da keine Bedenken“, sagte Nationalspieler Marko Marin nach dem 4:1 (2:1)-Sieg beim VfL Bochum. Durch das 15. Pflichtspiel ohne Niederlage und den vierten Bundesliga-Sieg in Folge hat sich Werder bis auf einen Zähler an Tabellenführer Leverkusen herangeschoben.

„Punktemäßig sind wir schon eine Spitzenmannschaft, aber es gibt immer etwas zu verbessern“, meinte Innenverteidiger Per Mertesacker. Doch gerade in der Verteidigung, in der Vergangenheit eine Problemzone, läuft es diese Saison besser. Nach zehn Spieltagen hat die zweitbeste Abwehr der Liga erst sieben Gegentore kassiert – so wenige wie zuletzt 1987/1988 (sechs), als Otto Rehhagel Bremen zum Titel mauerte. „Es geht nur über diese Defensivarbeit, die uns die ganzen Spiele jetzt ausgezeichnet hat“, sagte Mertesacker. „Wir versuchen, so schnell wie möglich mit möglichst vielen Spielern hinter den Ball zu kommen. Da haben wir deutliche Fortschritte gemacht.“ Noch im Vorjahr hatte Bremen zu diesem Zeitpunkt bereits 22 Gegentreffer kassiert.

Das Team von Trainer Thomas Schaaf hat sich als Kollektiv Stabilität und Konstanz angeeignet, auch weil das Angriffsspiel erstmals seit Jahren nicht mehr auf einen großen Einzelkönner wie Diego oder Johan Micoud ausgerichtet ist. „Wenn man Veränderungen vornehmen muss, birgt es Möglichkeiten, sich auf andere Art und Weise weiterzuentwickeln“, sagte Geschäftsführer Klaus Allofs. Nach 38 Sekunden deutete in Bochum noch alles auf einen Rückfall hin – doch den Schock durch den frühen Treffer des Bochumers Stanislav Sestak und die folgende Konfusion in der Hintermannschaft verkraftete Bremen gut.

Besonders das junge Offensiv-Trio um die Torschützen Aaron Hunt, Marko Marin und Mesut Özil macht Hoffnung auf eine Zukunft mit vielen Toren. Den vierten Treffer steuerte am Sonntag in Bochum der eingewechselte Tim Borowski bei. Durch drei Siege und zwei Unentschieden auf fremden Plätzen hat Bremen bereits so viele Auswärtspunkte (elf) gesammelt wie in der gesamten vergangenen Saison. dpa

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