Werder Bremen : Zuschlagen nach dem Zuschlagen

Dreifach-Torschütze und Rotsünder: Erst schoss Bremens Hugo Almeida beim 3:0 über St. Pauli alle Tore, dann flog der Portugiese wegen einer Tätlichkeit vom Platz.

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Hugo Almeida.
Hugo Almeida.Foto: dapd

Bremen - Der Applaus, den Thomas Schaaf seinem Team von der Außenlinie aus spendete, war auch ein Zeichen des Dankes. Denn der Trainer jenes SV Werder Bremen, der in der Bundesliga und der Champions League so ungewöhnlich schlecht dasteht, konnte sich beim 3:0 (2:0) gegen den FC St. Pauli vor allem auf zwei Profis verlassen. Werder-Torhüter Tim Wiese bewahrte seine Mannschaft mit Glanzparaden vor Ungemach. Und Hugo Almeida sorgte mit drei Toren dafür, dass Schaaf wieder ein paar ruhigere Tage als Trainer bevorstehen. Almeidas Abgang zehn Minuten vor Schluss aber war ein unschöner. Er sah nach einer Tätlichkeit gegen Carlos Zambrano Rot.

Die Zuschauer hatten ihre Decken im kalten Stadion noch gar nicht auseinandergefaltet, als Almeida das erste Mal regelkonform zugeschlagen hatte. Nach einer schönen Kombination von Marko Marin und Clemens Fritz traf der Portugiese nach nur 52 Sekunden zum 1:0. Seinem zweiten Treffer war ein Fehler von Fin Bartels vorausgegangen, der sich bei einem Kopfball verschätzt hatte. Die Strafe: Pass Marin, Tor Almeida.

Was die Nervenstärke und die Treffsicherheit von Almeida übertünchten, war ein erstaunlicher Spielverlauf. Denn nicht die konternden Bremer, sondern ihre Gäste hatten durch einen intelligenten Spielaufbau überzeugt. Aber sowohl Gerald Asamoah als auch Bartels scheiterten bei ihren Chancen an der Torlatte. Den Rest der Pauli-Überlegenheit faustete oder boxte der starke Wiese hinfort. Dem Aufsteiger, der in der Schlussphase Markus Thorandt wegen eines Platzverweises nach üblem Foul an Torsten Frings verlor, fehlt ein Vollstrecker wie Almeida. Der Portugiese rettete den Bremern trotz seiner Unbeherrschtheit einen frostigen Fußball-Nachmittag, an dem sie ihren Trainer zwar gestützt, ihre Fans aber wieder nicht überzeugt haben.

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