Sport : Werder entdeckt den Gemeinsinn

SC Freiburg – Werder Bremen 1:3

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Freiburg - Nach dem Schlusspfiff zeigte sich bei Werder Bremen etwas von dem Gemeinschaftsgefühl, das Manager Klaus Allofs später mit als Grund für den 3:1 (1:0)-Auswärtssieg beim SC Freiburg anführen sollte. Sofort eilten mehrere Bremer ihrem Torwart Tim Wiese zu Hilfe, der in ein Gerangel mit Freiburgs Stürmer Demba Papiss Cissé verwickelt war. Cissé, Schütze zum 1:1 per Foulelfmeter, hatte sich über Wieses Spielverzögerungen geärgert und sich nach dem Schlusspfiff bedrohlich vor ihm aufgebaut. Es kam zu einem Handgemenge. Schiedsrichter Knut Kircher beendete die Rangelei mit Gelben Karten für die beiden Streithähne. Noch wichtiger aber als den eigenen Torwart zu schützen, waren den Bremer die drei Punkte, die sie auf Rang 14 in der Tabelle trugen. „Die Mannschaft hat verinnerlicht, dass es nur als Gruppe geht“, sagte Allofs.

Eine gute Viertelstunde brachte Werder in der ersten Hälfte die verdiente Führung. Sandro Wagner spitzelte den Ball zum 1:0 ins Tor, nachdem Cissé auf der Linie nach einem Kopfball von Pizarro geklärt hatte. Aber die Freiburger kämpften sich zurück in die Partie. Nach der Pause führte ein Elfmeter zum Ausgleich. Tim Borowski hatte Erik Jendrisek gefoult, Cissé erzielte sein 17. Saisontor. Freiburg investierte nun mehr, konnte das Spiel aber nie völlig unter Kontrolle bringen. Werders Trainer Thomas Schaaf wechselte kurz danach mit Marko Marin und Marko Arnautovic zwei frische Kräfte ein, die neuen Schwung brachten. Nach Claudio Pizarros Kontertor zum 2:1 vergab Arnautovic die große Chance zum 3:1, stattdessen traf Marin in letzter Minute.

„Das war Gänsehaut zum Schluss“, sagte Bremens Tim Borowski. „Man hat gesehen, wir stellen uns der Situation ohne Angst, aber es war nicht alles Gold.“ Die Bremer hatten Glück, dass ein Treffer von Oliver Barth wegen angeblicher Abseitsstellung nicht anerkannt wurde. „Wir ärgern uns natürlich, denn es ist wieder ein klares Tor nicht anerkannt worden“, sagte Freiburgs Trainer Dutt, um sich dann als Bremen-Fan zu erkennen zu geben. „Wenn wir schon Punkte verlieren, dann an die Bremer und vor allem an Thomas Schaaf.“ Oliver Trust

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