Werder - Hannover : Pizarro trifft dreimal, Werder besiegt Hannover 4:1

Hörte man gestern in den Gästeblock des Weserstadions hinein, musste man glauben, dass nicht Werder Bremen gegen Hannover 96 spielte, sondern Tim Wiese gegen Robert Enke.

Sebastian Stiekel
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Pizarro. -Foto: dpa

BremenDie Fans aus Hannover feierten ihren Nationaltorwart und bedachten seinen Konkurrenten im DFB-Team mit Schmähgesängen. Für Enke verlief das Spiel wie so viele in dieser Saison: Seine Mannschaft verlor in Bremen 1:4 (0:1).

Persönlich bekam er dafür im Gegensatz zu Wiese einige Gelegenheit, um sich auszuzeichnen. Enke parierte unter anderem nach einer Stunde einen Foulelfmeter von Diego und hielt Hannover dadurch im Spiel. Am Ende stand er aber wieder kopfschüttelnd vor seinem Tor. Dreimal Claudio Pizarro und doch noch Diego hatten ihm die Gegentore 53 bis 56 beschert. Das zwischenzeitliche 1:1 von Jacek Krzynowek war für die harmlosen Gäste nichts mehr wert. Über ihr Torwart-Duell wollten Enke und Wiese nach dem Spiel nicht reden. „Dass die Fans so reagieren, war doch klar“, sagte der Hannoveraner nur. Dafür kritisierten beide ihre Vorderleute. „Wir haben hinten heraus die entscheidenden Fehler gemacht“, sagte Enke. Wiese ärgerte sich darüber, dass Werder „erst nach dem 1:1 aufgewacht“ war.

Tatsächlich deutete lange Zeit nichts auf einen klaren Bremer Sieg hin. Werder leistete sich viele Unkonzentriertheiten und Fehlpässe und sabotierte sein Spiel so selbst. Auch das Tor zum 1:0 fiel eher zufällig: Hannovers Christian Schulz fälschte einen Schuss von Pizarro unhaltbar ab. Nach der Pause wurde Werder besser und immer überlegener. Nach dem am Ende verdienten Sieg kann sich Werder nun auf das Uefa-Cup-Spiel am Donnerstag gegen Udinese Calcio konzentrieren.

Mit seinen drei Toren zeigte Claudio Pizarro, dass er sich von den Ermittlungen gegen ihn in Peru nicht allzu sehr beeinflussen lässt. „Ich konzentriere mich auf das Sportliche“, sagte er. Werders Fans beschäftigten sich am Ende weder mit Pizarro noch mit Udine: Sie sangen nur: „Schießbude Enke“. 

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