Sport : Werder und der besondere Reiz

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Werder Bremen hat mit dem 4:2-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg die angekündigte Aufholjagd in der Bundesliga gestartet. Allerdings mussten die Bremer mächtig zittern, nachdem sie zur Halbzeit schon mit 3:0 geführt hatten und die letzten Minuten nach einem Platzverweis gegen Torsten Frings nur noch zu zehnt waren. „Normal muss man das sicher nach Hause bringen, aber wir wollen anscheinend immer noch für Spannung sorgen“, sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Per Mertesacker meinte sogar: „Das macht doch den besonderen Reiz Werders aus.“ Ziemlich angefressen war Schaaf wegen der Roten Karte für seinen Kapitän Frings. „Das hat doch jeder gesehen, dass es noch nicht einmal ein Foul war.“

Per Mertesacker hatte Werder nach 43 Sekunden in Führung gebracht, nach zwanzig Minuten durfte er erneut fast unbehindert einköpfen, es war das erste Mal, das Mertesacker in der Bundesliga doppelt traf. Nürnbergs Coach Dieter Hecking hatte Eric-Maxim Choupo-Moting als Gegenspieler Mertesackers bei Standards zugeteilt. Keine besonders wirksame Maßnahme. „Gut, dass ich keinen gelernten Verteidiger, sondern einen Mittelstürmer gegen mich hatte“, sagte Mertesacker sagte nur. In der 36. Minute beförderte Tim Borowski den Ball humorlos zum 3:0 ins Netz. Es schien alles nach Plan zu laufen bei Werder. Allofs hatte vor der Partie erklärt: „Wir haben nur noch Endspiele.“ Er glaubt daran, mit einer Serie Leverkusen noch von Platz drei verdrängen zu können.

Aber weil die Bremer immer dann, wenn sie vorne zaubern, hinten zaudern, kam auch Nürnberg bereits in Halbzeit eins zu Chancen. Doch im Werder-Tor stand der hellwache Sebastian Mielitz. Der 20-Jährige war zu seinem dritten Einsatz bei den Profis gekommen, weil es Tim Wiese in der Wade zwickt und Christian Vander noch nicht wieder gänzlich genesen ist. Ruhig und abgeklärt wirkte der U-20-Nationalkeeper, lenkte einen Kopfball von Mike Frantz über die Latte, war gegen Dennis Diekmeier auf dem Posten und machte gute Möglichkeiten von Andreas Ottl und Javier Pinola zunichte.

Machtlos war er gegen Mike Frantz’ Schuss zum 1:3 kurz nach der Pause. Choupo-Moting schaffte per Handelfmeter sogar das 2:3. „Da war irgendwie der Schlendrian drin oder es fehlten doch ein wenig die Kräfte“, mutmaßte Mielitz. Weil er in der Schlussphase mit seinen Glanztaten das 3:3 vereitelte und Clemens Fritz schließlich einen Konter zum 4:2 abschloss, darf Werder weiterhin von Platz drei und der Champions League träumen.

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