Werder und Hoffenheim : Konstant wechselhaft

Bremen und Hoffenheim treten auf der Stelle. Im langen Titelrennen fehlen Durchhaltevermögen und Robustheit. Es geht nicht rückwärts, aber eben auch nicht vorwärts.

Oliver Trust[Sinsheim]
TSG 1899 Hoffenheim - Werder Bremen
Das wird heute nichts. Die Hoffenheimer Demba Ba (hinten) und Chinedu Obasi nach einer vergebenen Torchance. Werder um Per...Foto: ddp

Als Klaus Allofs nach dem 0:0 gegen die TSG Hoffenheim die Tabelle studierte, schüttelte er den Kopf. Der Manager jenes Klubs, der jüngst das Viertelfinale im Uefa-Pokal erreichte und dem gegen den Hamburger SV ein packendes Pokal-Halbfinale ins Haus steht, musste weit nach unten schauen, bis er Werder Bremen auf Rang zehn entdeckte – weit entfernt von eigenen Ansprüchen. „Nicht, dass sie jetzt denken, wir arbeiten die Liga einfach ab. Das Schlimme ist, dass die Mannschaft Potential hat“, sagte Allofs. 5:2 im Pokal in Wolfsburg, mit 1:1 und 2:2 den AC Mailand im Uefa-Cup rausgeworfen – Werder schien auf dem Weg der Besserung. Nur eben in der Liga will das nicht gelingen, das zeigte sich auch am Sonnabend in Sinsheim.

Ohne Spektakel kein Sieg

Drei Unentschieden, drei Niederlagen: eine mehr als bescheidene Rückrundenbilanz. Es ist nicht schwer vorauszusagen, dass sich die Erfolge der Bremer in dieser Saison außerhalb der Liga abspielen werden. Zu wenig konstant die Leistungen, zu fahrlässig der Umgang mit den Chancen. Gelingt aber kein Spektakel, reicht es auch nicht zu einem knappen Sieg. Das scheint Hoffenheim und Bremen von Spitzenreiter Hertha BSC zu unterscheiden. Es fehlen Konstanz und Robustheit im langen Titelrennen. „Heute hätte sich die Gelegenheit geboten, den entscheiden Schritt zu tun“, sagte Allofs. „Wir aber treten auf der Stelle. Heute war es kein Rückschritt, aber vorwärts ging auch nichts.“ Dabei kann Werder bei der Analyse nicht einmal auf Unfälle verweisen, die den Betriebsfrieden stören.

Ganz anders Hoffenheim. „Schauen Sie mal, was wir hinter uns haben“, sagte Trainer Ralf Rangnick. Viele Verletzte, allerlei Disziplinschwierigkeiten und ein Dopingkontrollproblem. Die beiden Spieler Andreas Ibertsberger und Christoph Janker wurden zwar von dem Vorwurf frei gesprochen, wissentlich zu spät zu einer Dopingprobe gekommen zu sein. Trotzdem störte der Vorfall die Ruhe rund um den Dorfklub. Unter diesen Umständen kommt der zweite Platz in der Tabelle einer Sensation gleich. Meister wird man mit Spielen wie dem vom Sonnabend aber sicher nicht.

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