Sport : Werder, wechsle dich

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Steffen Hudemann über die

neue Transferpolitik in Bremen

Kaum jemand kannte den jungen Fußballspieler aus Norwegen, der 1987 zu Werder Bremen wechselte. Doch in den folgenden neun Jahren sicherte Rune Bratseth als Libero dem Verein zwei Meisterschaften, zwei Pokalsiege und einen Europapokalsieg. Bratseth ist das beste Beispiel Bremer Transferpolitik. Statt auf große Stars setzt der Klub auf unbekannte Spieler. Rudi Völler, Karl-Heinz Riedle, Torsten Frings – alle kamen aus der Zweiten oder Dritten Liga nach Bremen und wurden dort zu Nationalspielern. Dann verließen sie den Verein, gingen zu großen Klubs aus Italien, München, Dortmund.

Bremen ist eher ein Ausbildungsvereinals ein Spitzenklub. Selbst in dieser Saison. Kaum spielte das Team erfolgreich, verlor es Torjäger Ailton und Abwehrspieler Mladen Krstajic an Schalke 04. Ailtons Sturmpartner Ivan Klasnic wurde erst nach langen Verhandlungen zum Bleiben überredet. Nun kommt Nationalstürmer Miroslav Klose für fünf Millionen Euro aus Kaiserslautern.

Der teuerste Bremer Neueinkauf ist auch ein internes Signal. Anspruchsvolle Profis wie Spielmacher Johan Micoud sollen sehen: Der Verein tut sein Mögliches, um in der Spitze zu bleiben. Das ist wichtig, ist doch Ailton sauer, dass für seinen Verbleib kein Geld da war, für Kloses Wechsel dagegen schon.

Vielleicht wird am Ende nicht Klose zum Transfer der Saison, sondern einer, der Bremer Traditionen eher entspricht: In der Winterpause verpflichtete der Klub den bisher kaum bekannten finnischen Mittelfeldspieler Pekka Lagerblom. Bei seinem ersten Einsatz, gegen Hertha BSC, fügte er sich in das Team ein, als hätte er nie woanders gespielt.

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