Sport : Werders Reserven

In der Europa League profitiert Bremen von einem breiten Kader – das könnte künftig wertvoll werden

Bremen - Im internationalen Wettbewerb hat Werder Bremen mit einer Ersatzelf gewonnen. Wenn es wieder in den Bundesliga-Alltag zurückgeht, läuft allerdings wieder das A-Team auf. Die beim lockeren 4:1 (2:0)-Sieg gegen Nacional Funchal am Donnerstag geschonten Stammspieler von Werder sollen am Sonntag wieder dabei sein und beim 1. FC Köln die Serie von nunmehr 22 ungeschlagenen Pflichtpartien fortsetzen. Ungewiss ist nur der Einsatz von Torhüter Tim Wiese, der aufgrund eines Infektes im Europa-League-Spiel gegen die harmlosen Portugiesen fehlte. „Es geht ihm besser“, sagte Trainer Thomas Schaaf: „Ob es reicht, müssen wir sehen.“

Der sonst eher traditionsbewusste Trainer Thomas Schaaf hat an der Rotation Gefallen gefunden. „Es war in unserer Situation, in der noch viele Spiele anstehen, wichtig, auch denen Spielpraxis zu geben, die zuletzt weniger gespielt haben“, begründete Schaaf seine Entscheidung. Gegen Funchal reichte auf jeden Fall eine bessere Reservemannschaft, die Schaaf niemals so nennen würde, weil er das „respektlos“ findet. Tatsache ist aber, dass der Coach gleich sieben Profis einsetzte, die zuletzt nicht zur ersten Elf gehörten.

Dass es trotzdem zu einem leicht herausgespielten Europapokalsieg reichte, ist für den SV Werder eine beruhigende Nachricht. Denn der Klub spielt auch im kommenden Jahr in drei Wettbewerben und benötigt einen breiten Kader. „Alle, die zum Einsatz gekommen sind, haben das Zeug, in der Bundesliga in der Startelf zu stehen“, sagte Klubchef Klaus Allofs. Zwar drängte sich keiner der sieben Neuen auf, auch nicht der zweifache Torschütze Markus Rosenberg, der sich nach dem Spiel selbstkritisch gab. „Das dritte und vierte Tor muss ich eigentlich auch noch machen“, sagte er. Aber es fiel auch keiner der sieben Ergänzungsspieler ab.

„Wir müssen auch mal Spieler rein werfen, die noch nicht soviel gespielt haben“, sagte Abwehrspieler Per Mertesacker, der auf seinen gewohnten Nebenmann Naldo verzichten musste und neben Sebastian Prödl spielte. „Es ist gut zu sehen, dass der Übergang nahtlos funktioniert“, sagt er. Gänzlich zufrieden war Mertesacker aber nicht. „Wir kamen noch in Schwulitäten, das war einer Spitzenmannschaft nicht würdig“, sagte der Innenverteidiger zu dem kleinen Durchhänger.

Nach der Führung durch Rosenberg kamen die Gäste durch Ruben Micael zum Anschlusstreffer, ehe Marcelo Moreno und Marko Marin die Tore zum sicheren Sieg erzielten. Die Zielsetzung für das letzte Gruppenspiel der Europa League in zwei Wochen in Bilbao ist klar. „Wir müssen den Gruppensieg sicher machen, damit wir gesetzt sind“, sagte Mertesacker. Sogar eine knappe Niederlage könnten sich die Bremer leisten, um Platz eins der Gruppe L zu verteidigen. dpa

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