Sport : Werk des Wahnsinns

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Kann ein Einzelner größer sein als der größte Klub der Welt? Vielleicht ist José Mourinho tatsächlich davon überzeugt. Zuzutrauen ist es ihm allemal. Näher liegt allerdings, dass er seinen vorzeitigen Abschied als Trainer von Real Madrid mit allen Mitteln vorantreiben will. Anders lässt sich das Werk des Wahnsinns nicht deuten, das der Portugiese gerade in der Hauptstadt des iberischen Nachbarn anrichtet.

Jetzt hat Mourinho auch noch Reals Klub-Heiligen Iker Casillas zum Ersatzmann degradiert und sich damit noch mehr den Zorn der Madridistas zugezogen als schon vor dieser, nun ja, eigenwilligen Entscheidung. Die Begründung, Ersatzmann Antonio Adan sei besser als der fünfmalige und aktuelle Welttorhüter Casillas, nimmt Mourinho sowieso niemand ab. Persönliche Animositäten dürften der tatsächliche Grund sein.

Um die öffentliche Meinung hat sich Mourinho in Madrid genauso wenig geschert wie bei seinen vorherigen Stationen in Portugal, England und Italien. Er stänkerte gegen alle und jeden: Schiedsrichter, Gegner, Fans. Klub und Mannschaft wollte er seine Doktrin einimpfen, nach der jedes Mittel legitim ist, um zu gewinnen. Auch daran ist Mourinho gescheitert. Innerhalb der Mannschaft hat der Trainer nur noch wenige Fürsprecher, die einflussreiche Fraktion der spanischen Nationalspieler, angeführt von Casillas, steht gegen ihn. Es heißt, Reals Präsident Florentino Perez habe eine Trennung vom Trainer zum Saisonende längst beschlossen.

José Mourinho scheint so lange nicht mehr warten zu wollen.

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