Western Conference : Tagesspiegel tippt die Play-offs in der NHL (2)

In der Nacht auf Mittwoch beginnen in der nordamerikanischen Eishockey-Liga (NHL) die Play-offs. In zweiten Teil unserer Analyse blicken wir auf die Erstrundenduelle in der Western Conference - und tippen den Ausgang.

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Chicago Blackhawks (1) – Minnesota Wild (8)Chicago geht als klarer Favorit nicht nur in das Erstrundenduell mit Minnesota, alles andere als ein Finaleinzug im Westen wäre eine Enttäuschung für die Blackhawks. Das Team von Coach Joel Quenneville war in der Hauptrunde das beste Team der gesamten NHL. Es dauerte bis zum 25. Saisonspiel, bis Chicago erstmals nach regulärer Spielzeit bezwungen werden konnte. Ingesamt verlor der Stanley-Cup-Sieger von 2010 nur sieben von 48 Spielen nach 60 Minuten. Mit Patrick Kane (Foto), Jonathan Toews und Marian Hossa verfügt die Mannschaft über herausragende Offensivspieler, dazu kommt mit Duncan Keith einer der besten Verteidiger der Liga. Minnesota hat zwar ebenfalls einiges an Star-Power aufzubieten (Zach Parise, Ryan Suter), ist allerdings längst nicht so tief besetzt wie der Gegner. Hinzu kommt eine kleine Formkrise zum Ende der regulären Saison, die den Wild beinahe noch die Play-off-Teilnahme gekostet hätte. Als letztes Team mogelte sich Minnesota im finalen Saisonspiel gerade noch so unter die besten Acht im Westen und steht erstmals seit der Spielzeit 2007/08 wieder in den Play-offs. In der ersten Runde allerdings wäre jeder Sieg gegen Chicago schon als Erfolg zu werten. Tagesspiegel-Tipp: Chicago gewinnt 4:0Alle Bilder anzeigen
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30.04.2013 18:17Chicago Blackhawks (1) – Minnesota Wild (8)Chicago geht als klarer Favorit nicht nur in das Erstrundenduell mit Minnesota, alles...

Chicago Blackhawks (1) – Minnesota Wild (8)

Chicago geht als klarer Favorit nicht nur in das Erstrundenduell mit Minnesota, alles andere als ein Finaleinzug im Westen wäre eine Enttäuschung für die Blackhawks. Das Team von Coach Joel Quenneville war in der Hauptrunde das beste Team der gesamten NHL. Es dauerte bis zum 25. Saisonspiel, bis Chicago erstmals nach regulärer Spielzeit bezwungen werden konnte. Ingesamt verlor der Stanley-Cup-Sieger von 2010 nur sieben von 48 Spielen nach 60 Minuten. Mit Patrick Kane, Jonathan Toews und Marian Hossa verfügt die Mannschaft über herausragende Offensivspieler, dazu kommt mit Duncan Keith einer der besten Verteidiger der Liga. Minnesota hat zwar ebenfalls einiges an Star-Power aufzubieten (Zach Parise, Ryan Suter), ist allerdings längst nicht so tief besetzt wie der Gegner. Hinzu kommt eine kleine Formkrise zum Ende der regulären Saison, die den Wild beinahe noch die Play-off-Teilnahme gekostet hätte. Als letztes Team mogelte sich Minnesota im finalen Saisonspiel gerade noch so unter die besten Acht im Westen und steht erstmals seit der Spielzeit 2007/08 wieder in den Play-offs. In der ersten Runde allerdings wäre jeder Sieg gegen Chicago schon als Erfolg zu werten.

Tagesspiegel-Tipp: Chicago gewinnt 4:0

Anaheim Ducks (2) – Detroit Red Wings (7)

Anaheim startete ähnlich furios in die Saison wie Chicago, konnte die herausragende Form der ersten Monate aber nicht ganz durchhalten. Nach dem Platz zwei im Westen sicher war, ließen es die Ducks im April beinahe ein bisschen austrudeln. Ganz anders verlief die Hauptrunde der Red Wings. Detroit musste vor der Saison den Abgang von Verteidigerlegende Nicklas Lidström verkraften, wurde dann von Saisonbeginn an immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen, bis zuletzt fehlten einige ursprünglich als Leistungsträger vorgesehene Spieler. Und so drohte dann auch die Serie von 21 Play-off-Teilnahmen in Folge zu reißen, doch mit vier Siegen aus den letzten vier Saisonspielen rettete sich das Team aus Hockeytown doch ein weiteres Mal unter die Top Acht. Mit Pawel Datsiuk und Henrik Zetterberg verfügt Detroit über die vielleicht besten Zwei-Wege-Stürmer der Liga, dahinter allerdings wird die Luft schon dünner. Und so machte Coach Mike Babcock aus der Not eine Tugend: Er setzte mehr und mehr auf die Defensive und wurde dafür belohnt. Nur Chicago kassierte im Westen weniger Gegentore als die Red Wings, die auch physisch zugelegt und einige giftige Spieler in ihren Reihen haben. Das wird gegen die traditionell körperlich starken Ducks auch nötig sein. Die verfügen mit Ryan Getzlaf, Corey Perry und Bobby Ryan sowie den finnischen Haudegen Teemu Selänne und Saku Koivu zudem über deutlich mehr Offensivwaffen. Red-Wings-Goalie Jimmy Howard stellte allerdings in der entscheidenden Saisonphase unter Beweis, dass er Spiele durchaus auch im Alleingang gewinnen kann. In der Hauptrunde gewann Detroit beide Auswärtsspiele in Anaheim, die Ducks siegten bei ihrem einzigen Auftritt in der Joe-Louis-Arena. Gut möglich, dass der vermeintliche Underdog auch in den Play-offs die Nase vorn hat.

Tagesspiegel-Tipp: Detroit gewinnt 4:2

Vancouver Canucks (3) – San Jose Sharks (6)

Vancouver gewann die Northwest Division zwar relativ mühelos, allerdings war das in der schwächsten Division im Westen auch nicht weiter verwunderlich. Insgesamt blieben die Canucks deutlich hinter den Erwartungen zurück, so richtig Konstanz bekam die Mannschaft nie in ihr Spiel. Der ewige Torwartstreit um die Nummer eins zwischen Cory Schneider und Kanadas Olympiasieger Roberto Luongo schien das Team teilweise zu lähmen. Auch vor dem Play-off-Auftakt drücken sich die Verantwortlichen um eine klare Positionierung in der Goalie-Frage. Offensiv sind die Westkanadier abhängig von den schwedischen Zwillingen Daniel und Henrik Sedin. Die können an guten Tagen jeden Gegner schwindlig spielen, werden sie ausgeschaltet, ist der Angriff der Canucks aber leicht auszurechnen. San Jose hat mit Joe Thornton den wohl genialsten Passgeber der Liga, aber ihm wie auch den Sharks haftet stets und ständig der Makel an, keine großen Siege erringen zu können. Zum neunten Mal in Folge hat San Jose nun schon die Play-offs erreicht, ins Stanley-Cup-Finale ist das Team aber noch nie eingezogen. Angesichts des tiefer besetzten Kaders sollte die erste Runde in diesem Jahr allerdings machbar sein. Danach können die Sharks dann immer noch in gewohnter Manier scheitern.

Tagesspiegel-Tipp: San Jose gewinnt 4:2

St. Louis Blues (4) – Los Angeles Kings (5)

Der amtierende Stanley-Cup-Champion aus Los Angeles hat auf der Zielgeraden noch den Heimvorteil in Runde eins verspielt und muss nun in St. Louis antreten. Im Vorjahr gingen die Kings allerdings sogar nur als achtbestes Teams in die Play-offs, kamen dann aber ins Rollen und waren von niemanden mehr aufzuhalten. Auch nicht von den Blues, die 2012 in der zweiten Play-off-Runde 0:4 nach Siegen unterlagen. Ein ähnlicher Run scheint durchaus möglich, denn L.A. vertraut weiterhin auf eine robuste Defensive und hat vorne Torjäger Jeff Carter. Allerdings konnte Goalie Jonathan Quick in dieser Saison nicht immer überzeugen, der Ausfall einiger Stammkräfte in der Verteidigung hat dabei auch eine Rolle gespielt. Mit den Blues trifft man auf eine Mannschaft, die ähnlich kompakt auftritt und zuallererst defensiv ausgerichtet ist. Ganz entscheidend ist bei St. Louis die Leistung der Torhüter. Hier konnte Brian Elliott nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Jaroslaw Halak überzeugen. Das wird auch in den Play-offs nötig sein, wenn die Blues weit kommen wollen. Doch die wenig konstante Offensive dürfte das schwer machen. Zwar dürfte die Serie gegen Los Angeles deutlich offener werden als noch vor Jahresfrist, doch für das physische Spiel der Blues sind die Kings über sieben Partien womöglich genau der falsche Gegner.

Tagesspiegel-Tipp: Los Angeles gewinnt 4:3

Lesen Sie hier unsere Vorschau auf die Erstrundenduelle in der Eastern Conference!

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