Sport : Westfälischer Unfrieden

In Bochum gehen Oliseh und Hashemian aufeinander los

Richard Leipold

Bochum. Nicht allen Spielern des VfL Bochum scheint der Aufstieg des Vereins zu bekommen. Nach dem 0:0 gegen Hansa Rostock, einer der schwächsten Saisonleistungen, rückten die Bochumer auf den vierten Platz der Bundesliga-Tabelle vor. Doch Mittelfeldspieler Sunday Oliseh und sein stürmischer Kollege Vahid Hashemian gerieten nach dem Schlusspfiff so heftig aneinander, dass sich Beobachter eher im Abstiegskampf wähnten. Die beiden boten sich ein Gerangel, dessen Eskalation von Mitspielern gerade noch verhindert konnte. Wenn es „ein Wachrütteln“ war, wie Trainer Neururer vermutete, kam es zu spät – und erzeugte einen umso schlechteren Eindruck. „So etwas darf nur in der Kabine stattfinden, nicht vor den Augen der Fans“, sagte Torhüter Rein van Duijnhoven, der intellektuelle Kopf der Mannschaft.

Statt in der Kabine des VfL sollen die beiden Widersacher sich später außerhalb des Stadions weitergestritten haben. Das Management des Vereins wollte die Fortsetzung der gerade noch verhinderten Handgreiflichkeiten nicht bestätigen. Worum es zwischen Oliseh und Hashemian ging, war nicht zu erfahren. Vorstandsmitglied Dieter Meinhold räumte jedoch ein, daß die Klubspitze sich mit dem Vorfall beschäftige. Näheres werde der Verein an diesem Montag bekannt geben. Gerüchten zufolge will der VfL als Arbeitgeber gegen eine der beiden Streitparteien vorgehen – oder den westfälischen Frieden verkünden. Während der Vertrag des erfolgreichsten VfL-Stürmers Hashemian noch zwei Jahre läuft, steht der Leihspieler Oliseh, offiziell noch bei Borussia Dortmund angestellt, vor der Frage, für wen er künftig spielt.

Anstelle seiner Spielkultur kultivierte der VfL die Streitkultur. Ein anderer Disput ergab sich aus dem Kuriosum, dass die Bochumer nach einer ihrer schlechtesten Saisonleistungen ihre Erfolgsserie fortsetzten, wenn auch nur rechnerisch. „Wir sind Vierter, aber einige kommen mit der Favoritenrolle nicht klar“, sagte van Duijnhoven. „So gut sind wir noch nicht.“ Zumindest diese Einschätzung hat die Partie bestätigt. Während der neunzig Minuten – und danach.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben