Wettskandal : DFB-Präsident Zwanziger erzürnt über Staatsanwalt

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, ist verärgert über die Forderung der Bundesanwaltschaft, Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer und seine fünf Mitangeklagten im Revisionsprozess zum Fußball-Wettskandal freizusprechen.

Hamburg - "Es ist Betrug und wird immer Betrug bleiben", sagte Zwanziger der "Bild"-Zeitung über die von Hoyzer und seinen Mitangeklagten inszenierten Manipulationen von Fußballspielen. "Wir fühlen uns beschämt und im Stich gelassen. Von einem Bundesanwalt, der weltfremde formaljuristische Argumente im Sinn hat und nicht die Werte der Gesellschaft, die er vertreten soll", fügte der DFB-Chef hinzu.

Zwanziger sorgt sich vor allem um die Vorbildwirkung des Fußballs für Jugendliche, wenn es zu einer Aufhebung der in erster Instanz verhängten Strafen kommt. "Wie sollen wir jungen Fußballern erklären, dass eine Schwalbe Betrug ist, wenn ein Schiedsrichter freigesprochen wird, der systematisch manipuliert hat?", fragte der 61-Jährige. Er hoffe nun, dass die Richter mit Weitblick entscheiden.

Der Bundesgerichtshof wird am 15. Dezember darüber befinden, ob die Strafen, die das Berliner Landgericht im November 2005 gegen Hoyzer und seine Mitangeklagten verhängt hat, Bestand haben oder nicht. Hoyzer war seinerzeit zu zwei Jahren und elf Monaten Haft verurteilt worden. (tso/ddp)

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