Wettskandal : Genauso klug wie zuvor

DFB und DFL beklagen im Sportausschuss des Bundestages, dass sie wenig über den Wettskandal wissen. DFB-Vizepräsident Koch trifft mit seiner Forderung auf Unverständnis, den deutschen Wettmarkt zu liberalisieren.

Anke Myrrhe

Berlin - Rainer Koch hatte ein klare Anliegen. „Wir machen uns Sorgen, da der DFB, die DFL und die Landesverbände nicht in die Untersuchung mit einbezogen werden“, sagte der Vize-Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), als er am Mittwochnachmittag im Sportausschuss des Bundestags das Wort erteilt bekam. Er sollte seine Einschätzung abgeben zum internationalen Wettskandal, der seit zwei Wochen auch den deutschen Fußball erschüttert. „Bedauerlicherweise verfügt der DFB nicht über umfassende Detailinformationen“, sagte Koch.

Die Strafverfolgung, die sich derzeit in Form der Staatsanwaltschaft Bochum mit dem Skandal befasst, könne womöglich an einem Punkt zufrieden sein, „wo es bei uns erst losgeht“, sagte Koch. Fans, Spieler, Mannschaften und Vereine – die „Opfer“, wie der DFB-Vize sie nannte – hätten jedoch ein Anrecht darauf, zu erfahren, welche Spiele betroffen sind.

Franktionsübergreifendes Unverständnis erntete Koch im Verlauf der vierstündigen Sitzung für seine Forderung einer Liberalisierung des deutschen Wettmarktes, um „illegale Wettmärkte ein Stückweit auszutrocknen“. Die neue Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag (SPD) betonte, dies werde nicht zu einer Entspannung beitragen. Klaus Riegert (CDU) forderte, eher das deutsche System auf Europa zu übertragen. Der DFB-Vize jedoch erwiderte, ein attraktiverer nationaler Markt könne dazu führen, dass ausländische Wettanbieter weniger interessant würden. „Ein kontrollierter nationaler Wettmarkt ist besser als ein unkontrollierter internationaler, auf den wir keinen Einfluss haben“, sagte Koch. Auch Sylvia Schenk, Vorsitzende der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International forderte eine offene Debatte über das Glücksspielmonopol in Deutschland: „Das jetzige System ist mit Sicherheit nicht optimal.“

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