Wettskandal : Grödig trennt sich von 2. Profi

Der Wettskandal beim österreichischen Fußball-Bundesligisten SV Grödig weitet sich aus. Nach Dominique Taboga trennte sich der Club in Thomas Zündel von einem zweiten Profi. Grund ist ein großer „Vertrauensbruch“.

In der österreichischen Manipulationsaffäre hat sich Fußball-Bundesligist SV Grödig nach Dominique Taboga von einem zweiten Profi getrennt. Der Vertrag mit Verteidiger Thomas Zündel sei nach einem „großen Vertrauensbruch“ aufgelöst worden, sagte Grödigs Manager Christian Haas am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Zündel war am Donnerstag neben drei anderen Teamkollegen von der Polizei vernommen worden. Der in Untersuchungshaft sitzende Taboga soll in der vergangenen Saison versucht haben, seine damaligen Mannschaftskameraden für Spielmanipulationen zu gewinnen. Die drei weiteren vernommenen Profis genießen das Vertrauen des Clubs und sollen am Samstag im Kader für die Partie gegen Austria Wien stehen, betonte Haas. Der Verein erwartet laut eigenen Angaben keine Konsequenzen durch die Bundesliga und arbeitet mit dem Bundeskriminalamt zusammen.

Der 25 Jahre alte Zündel habe hingegen „nicht die ganze Wahrheit gesagt“, beklagte der Grödig-Manager der Nachrichtenagentur APA zufolge. Der Profi habe im Gespräch erklärt, dass Taboga ihn im Frühjahr 2013 vor dem Spiel gegen Kapfenberg (0:1) gefragt habe, ob er bei einem „Projekt“ dabei sein wolle. Zündel habe aber Taboga erklärt, er wolle bei keiner Manipulation mitmachen.

Laut der Darstellung von Haas habe Taboga daraufhin Zündel gebeten, ihn zu einem Treffen mit „zwei Männern“ zu begleiten. Man werde sagen, dass das Spiel manipuliert werde, obwohl man es gar nicht manipulieren wolle, zitierte Haas aus dem Gespräch. Taboga soll zudem gesagt haben, dass er den Männern vor dem Spiel sagen wollte, dass man das Spiel doch nicht manipulieren könne.

Der „Vertrauensbruch“ zu Zündel sei entstanden, weil dieser vor zweieinhalb Wochen beteuert habe, es habe sich nur um eine lose Anfrage über Spielmanipulation gehandelt, auf die er sofort „Nein“ gesagt habe, berichtete Haas. (dpa)

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