• Wettskandal im Fußball: Ehemaliger Bundesliga-Profi Cichon gesteht Spielmanipulation

Wettskandal im Fußball : Ehemaliger Bundesliga-Profi Cichon gesteht Spielmanipulation

Der ehemalige Bundesliga-Profi Thomas Cichon hat gestanden: Ja, er hat sich von der Fußball-Wettmafia bestechen lassen. Für das Verschieben eines Spiels soll er rund 25 000 Euro kassiert haben.

Der ehemalige Bundesliga-Profi Thomas Cichon (h.) hat gestanden: Ja, er hat sich von der Fußball-Wettmafia bestechen lassen.
Der ehemalige Bundesliga-Profi Thomas Cichon (h.) hat gestanden: Ja, er hat sich von der Fußball-Wettmafia bestechen lassen.Foto: dpa

Der ehemalige Bundesliga-Profi Thomas Cichon hat sich von der Fußball-Wettmafia bestechen lassen. Vor dem Bochumer Landgericht hat der 37-Jährige am Mittwoch gestanden, dass er als Spieler des früheren Zweitligisten VfL Osnabrück „nicht immer mit vollem Einsatz“ gespielt habe. Konkret betreffe dies die Partie gegen den FC Augsburg vom 17. April 2009. Augsburg hatte die Partie mit 3:0 gewonnen.

Für das Verschieben des Spiels soll der Sportler rund 25 000 Euro von der Wettmafia kassiert haben. In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft heißt es dazu wörtlich: „Thomas Cichon hatte sich bereits zu diesem Zeitpunkt mit dem Abstieg seiner Mannschaft aus der bundesdeutschen zweiten in die dritte Liga abgefunden und wollte diesen Umstand finanziell für sich ausnutzen.“

Die Staatsanwaltschaft geht allerdings davon aus, dass Cichon auch dabei geholfen hat, die Partie des VfL Osnabrück gegen den damaligen Zweitliga-Konkurrenten Nürnberg vom 13. Mai 2009 (2:0 für Nürnberg) zu verschieben. Dafür soll er rund 5000 Euro erhalten haben. Diesen Vorwurf würde der 37-Jährige nach Angaben seiner Verteidiger aber nicht gestehen.

Cichon ist der erste ehemalige Bundesligaprofi, der sich nach dem Wettskandal vor Gericht verantworten muss. Durch sein Geständnis erhoffe sich der frühere Profi eine Bewährungsstrafe von unter einem Jahr. Darüber wollen die Richter am Bochumer Landgericht nun beraten. Wegen der Manipulationsvorwürfe ist er als Spieler noch bis Juli 2015 gesperrt.

Neben Cichon müssen sich drei ehemalige Regionalligaspieler vor dem Bochumer Landgericht verantworten. Auch sie sollen Geld von der Wettmafia erhalten und im Gegenzug Spiele verschoben haben. Zwei von ihnen, die damals beim SC Verl unter Vertrag standen, haben ebenfalls Geständnisse angekündigt. Ein ehemaliger Torwart des FC Bayern Alzenau will sich vorerst zurückhalten. (dpa)

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben