Sport : Wettskandal: Klubs in Italien angeklagt

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Rom – Der Wettskandal in Italien weitet sich aus. 33 Spieler, Trainer und Vereinsfunktionäre sowie zwölf Profiklubs sollen in der letzten Saison mindestens acht Spiele in den ersten drei Profiligen Italiens durch Ergebnisabsprachen manipuliert haben. Der Chefankläger des italienischen Fußballverbands (FIGC), Emidio Frasconi, klagte Anfang dieser Woche unter anderen die SerieA-Clubs Chievo Verona, Siena und Sampdoria Genua sowie den besonders schwer belasteten Zweitligisten Modena an. Der Prozess beginnt am 18. August.

Den Klubs drohen neben hohen Geldstrafen auch Punktabzüge, selbst ein Zwangsabstieg ist nicht ausgeschlossen. In der Serie A müssen vor allem Siena und Chievo um ihre Ligazugehörigkeit bangen, berichtete die „Gazzetta dello Sport“ gestern. Da sich die Zusammensetzung der Ligen durch den Skandal noch ändern könnte, wurde der Start der Serie B auf den 12. September verschoben.

Die angeklagten Spieler, Trainer und Funktionäre sollen auf die zuvor abgemachten Resultate hohe Wetten abgeschlossen und dann von den Wettbüros enorme Gewinne kassiert haben. Dabei ist es allen Beschäftigten im Profi-Fußball verboten, auf Spiele zu wetten. Zu den bekanntesten Angeklagten gehört Chievo Veronas früherer Trainer Luigi Del Neri. Ihm wird jedoch nur Mitwisserschaft und unterlassene Anzeige vorgeworfen. Aus abgehörten Telefongesprächen der mutmaßlichen Wettbetrüger ging hervor, dass Del Neri eine Ergebnisabsprache verweigert haben soll. Del Neri, der seinen neuen Vertrag mit Champions-League-Sieger FC Porto noch vor Saisonstart aufgelöst hatte, wies alle Anschuldigen zurück. „Ich lasse meinen Ruf nicht von seltsamen Leuten in den Schmutz ziehen“, sagte er.

Der Fußballverband war den mutmaßlich Wettbetrügern durch einen Hinweis der Anti-Mafia-Ermittler in Neapel auf die Schliche gekommen. Einige Profi-Fußballer hatten Kontakt zu Mitgliedern der neapolitanischen Camorra. Bei Abhöraktionen stieß die Polizei im Frühjahr zufällig auf die Ergebnisabsprachen unter den Fußballern. dpa

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